Bauwerk

wohnDNA
weichlbauer / ortis - Gratkorn (A) - 2001
wohnDNA, Foto: Peter Eder
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wohnDNA, Foto: Peter Eder

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14. September 2003 - Az W

In Österreich der verrückteste Mietwohnbau der neunziger Jahre. Ein klarer Zweispänner mit offenen Grundrissen und grossen individuellen Freiplätzen, zugleich eine sardonische Durcharbeitung von Randbedingungen. Der Bau steht zwischen glatten Geschoßbauten im Nordwesten und geliederten, niedrigen Einfamilienhäusern im Südosten. Nach der ersten, genehmigten Planung musste durch einen Wechsel der Förderungsart unter Einhaltung der übrigen Prämissen umgeplant werden.

Unter den neuen Spielregeln setzten die Architekten ein in der Primärphase mit computergenerierten Mustern begonnenes Entwurfsspiel fort. Das Resultat ist mehrfach ambivalent. Es ist alltäglich und heiter und zugleich skurril und abgründig. Der Bau funktioniert ganz real, zugleich kippen Aspekte gleichsam ins Irreale. Er ist innen homogen und isotrop, außen hybrid und disloziert: Nordseitig ein offenbar dreigeschossiger, glatter Block, südseitig eine niedrigere, extreme Plastizität, wie Schubladen herausgezogene Balkone, doch die starke Bewegung durch die homogene, knallgelbe Haut optisch angehalten.

Beim nächsten Blick stellt sich heraus: es gibt nur ein Fensterformat, ein Türformat und ein Balkonelement, und dieses fungiert auch als Eingangsvordach, als Stellplatzdach, als Balkondach und auch als Terrasse am Vorgarten. Alles ist gleich und nichts dasselbe. Ein Chamäleon aus simpelsten Teilen. Alles funktioniert, aber nichts ist, was es scheint. (Text: Otto Kapfinger, 29.10.2002)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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