Bauwerk

Wohnsiedlung Pumpligahn
Norbert Fritz - Innsbruck (A) - 1995
Wohnsiedlung Pumpligahn, Foto: Norbert Fritz
Wohnsiedlung Pumpligahn, Foto: Margherita Spiluttini
Wohnsiedlung Pumpligahn

Wohnsiedlung Pumpligahn

14. September 2003 - Az W

Die kleine Wohnsiedlung liegt auf einer südexponierten Terrasse an der linken Flanke des Inntals. Ihre Häuser sind zusammengesetzt aus je einem hangparallelen, turmartigen Vordertrakt, einem etwas zurückgesetzten Hintertrakt sowie einem Verbindungsbauwerk.
Zusammen umschließen die drei Teile einen äußeren Wohnhof und einen inneren Wohnraum, die mit zwei Schiebefenstern klimatisch geschieden werden können. Selten findet man die elementaren Funktionen des Wohnens so eindeutig ausgelegt: Vorn ein Haus für Kochen und Essen; hinten ein Haus für zurückgezogenes Arbeiten und zum Schlafen; dazwischen Bereiche des Übergangs und der sozialen Interaktion.
Die langgezogen-rechteckigen Räume erlauben eine Teilung in zwei Zonen: Kochen & Essen; Studieren & Schlafen, ohne trennende Wand. Die Fensteröffnungen der Wohnküche mit ihren 45° schrägen inneren Leibungen und den außenliegenden Fenstern haben eine eigenartige Wirkung. Von außen scheinen die Fenster kleiner als von innen, der Maueranteil ist größer als jener der Öffnungen, und die turmartigen Gebäude geben der Schutzfunktion Ausdruck. Von innen werden die Räume wegen der vergößernden Wirkung der schrägen Leibungen als offen und lichtdurchflutet erlebt.
Das Taghaus und das Nachthaus stehen einander wie nahe Nachbarn gegenüber. Über den Wohnhof hinweg bieten sich Blickbeziehungen an durch Türen und Fenster. Die Polarität zwischen den Individuen und zwischen Individuum und Gruppe kommt in dieser Gegenüberstellung ebenso beiläufig wie selbstverständlich zum Ausdruck.

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

Akteure

Architektur

Bauherrschaft

KOOPERATIONEN