Bauwerk

Lauder Chabad Campus
Adolf Krischanitz - Wien (A) - 1999
Lauder Chabad Campus, Foto: Margherita Spiluttini
Lauder Chabad Campus, Foto: Margherita Spiluttini
Lauder Chabad Campus, Foto: Margherita Spiluttini
Lauder Chabad Campus, Foto: Margherita Spiluttini

Lauder Chabad Campus

14. September 2003 - Az W

Der Augarten in Wien - ein schwieriger, weil heiß diskutierter Bauplatz für die Schule. Entlang der Mauer des Augartens steht nun der langgezogene Baukörper, der aus einem Kopfteil, der Eingangshalle, einem langgezogenen Klassentrakt und zwei rechtwinkelig dazu stehenden Baukörpern, die Auditorium, Speisesäle und Turnsaal beinhalten, zusammengesetzt ist.
Die Schule öffnet sich aber nicht, wie man annehmen könnte, zum Park hin, sondern bildet durch die Anordnung der einzelnen Körper ihren Hof zur Mauer hin, orientiert sich so viel eher zur Stadt hin. Der Kopfteil ist viergeschoßig, der Klassentrakt mit einer Länge von 90 Metern nur dreigeschoßig. Gelöst wurden diese Niveausprünge durch eine Vertikalerschließung.
Kopf - und Endteil sind von der Gliederung der Fassade her gleich, die Fenster springen zurück, tiefe Mauerlaibungen sind mit Untersberger Marmor verkleidet. Das Mauerwerk wurde in in hellgrau verputzt.
Die Fassade variiert insofern, dass mit nur einem Fenstertyp, jedoch mit entweder außen oder innen bündig angeordneten Fenstern, sowie mit unterschiedlichen Verhältnissen zwischen Fenster und Mauer gearbeitet wurde. Das läßt unterschiedliche Eindrücke von Baumasse und Reliefs enstehen, und verleiht der Schule durch die zwei Horizontalgliederungen (drei und vier Geschoße) zusätzliche Spannung.
Einzig und allein die Nordseite des langgezogenen Klassentraktes ist vollverglast, dahinter befinden sich die Gänge zu den Klassenräumen. Hier gibt es eine Besonderheit: Jedes Klassenzimmer ist mit einer eigenen Garderobe und Toilette ausgestattet. Die Klassenzimme selber sind in drei Typen aufgeteilt: Es gibt 1-, 2- oder 3-Fensterklassen, die alle in Richtung Park hin orierntiert sind.
Die quadratische Eingangshalle, der Kopfbau, öffnet sich nach einer Eingangszone über die gesamte Gebäudehöhe, an der auf drei Seiten eine Galerie herumläuft. Am anderen Ende der Schule befindet sich ein Turnsaal - mit einem Geschoß in den Boden versenkt -, der in zwei kleinere unterteilt werden kann. Darüber ein zweigeschoßiges Auditorium, das auch als Andachtsraum genutzt werden kann.
Für die Möblierung zeichnet, wie bereits öfter erpobt, der Architekt selber verantwortlich. So hat er den Stuhl „Ronald“ entworfen, der im Auditorium, in den Speisesälen und in der Bibliothek seinen Einsatz findet.
Die Schule ist insgesamt von einer eleganten Großzügigkeit: Elegant, weil sie von ihrem Erscheinungsbild nicht aufdringlich ist, nicht protzt, durchdachte Gestaltungen und edle Materialwahl aufweist: Vom bereits erwähnten Marmor an der Außenfassade, über Terrazzoböden im Inneren, Bronze und Eichenholz für das Stiegengeländer.

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at