Bauwerk

Arbeiterkammer Wien - Umbau und Erweiterung
NMPB Architekten - Wien (A) - 2008
Arbeiterkammer Wien - Umbau und Erweiterung, Foto: Manfred Seidl
Arbeiterkammer Wien - Umbau und Erweiterung, Plan: NMPB Architekten ZT GmbH
Arbeiterkammer Wien - Umbau und Erweiterung, Foto: Manfred Seidl
Arbeiterkammer Wien - Umbau und Erweiterung, Foto: Manfred Seidl

Arbeiterkammer Wien - Umbau und Erweiterung

04. Januar 2009 - Az W

Nach 50 Jahren waren am Gebäude der Arbeiterkammer Wien umfassende Sanierungen (Wärmedämmung, behindertengerechte Zugänge) sowie Erweiterungsbauten für den Beratungen im Haus notwendig geworden.

Die Standards im Kundenverkehr haben sich seit den 1950er Jahren geändert: Bislang wurde man in eines der oberen Stockwerke geschickt und musste man in einem langen, fensterlosen Gängen vor dem Beratungszimmer auf Gangsesseln warten, ehe man aufgerufen wurde. Heute empfängt den Hilfesuchenden im Erdgeschoss eine großzügige Wartezone. (Beratungspulte: Eiblmayr-Frank Architekten mit Sabine Bartscherer)

Die Beratung selbst – 63.000 Beratungstermine im Jahr 2007 – erfolgt in den drei neugebauten Pavillons, die wie Finger in den Garten ragen. Damit die Ratsuchenden sich zurechtfinden, wurde ein Leitsystem entwickelt. Walter Bohatsch lehnte die Grafik an die im Haus verwendete Schrift aus den 1950er Jahren an.

Die gläsernen Wände der Pavillons wurden mit einer Grafik von Ayse Erkem eingekleidet. Die Grafik bildet einen alternativen Sichtschutz zu Jalousien. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich die neugestaltete Bibliothek, die öffentlich zugänglich ist. Sie öffnet sich zum Garten und sollte nicht lange ein Geheimtipp bleiben. Die Geschichte des Ortes – der „Altbau“ der Arbeiterkammer war einst ein „Neubau“ – hier stand ein Palais der Familie Rothschild, das im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Der Geschichte ist eine permanente Ausstellung im Foyer gewidmet (Gestaltung Gabriele Lenz, Anja Mönkemöller).

Der eigentliche Clou gelang den Architekten mit dem Bürotrakt, der auf die erweiterte Beratungszone aufgesetzt wurde. Der Neubau grenzt an den Bestand an – im Stiegenhaus offenbart sich das komplexe System der Brandabschnitte zwischen Bestand und Neubau. Die Anlehnung des Neubaus an den Bestand ermöglichte eine für den innerstädtischen Bereich großzügige Gartengestaltung (Anna Detzlhofer). Der Garten ist heute größer als noch vor den Bauarbeiten, da Bürotrakte im Garten abgetragen wurden. Der Keller des abgetragenen Gartentraktes wird künftig als Wasserbecken dienen. (Text: Martina Frühwirth)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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