Bauwerk

Doppelhakenhof Fam. W
Atelier deephaus - Weikendorf (A) - 2009
Doppelhakenhof Fam. W, Foto: Atelier deephaus
Doppelhakenhof Fam. W, Foto: Atelier deephaus

Doppelhakenhof Fam. W

19. November 2010 - ORTE

Die vorherrschende traditionelle Bebauungsform in der Marktgemeinde Weikendorf ist der typisch Weinviertler Doppelhakenhof entlang der Hauptstraße. Eben dort befindet sich ein solcher ehemaliger Bauernhof im Besitz der Familie W., der im straßenseitigen Quertrakt ( Zwerch ) bereits vor 12 Jahren durchgreifend saniert wurde. Nun sollte auch der hintere Quertrakt zu einer eigenen neuen Wohneinheit zeitgemäß aber mit Sorgfalt in den Gesamtkomplex integriert werden und dabei möglichst viel vom Charakter des Originalbestandes erhalten bleiben.

Dabei waren das Einbeziehen des Innenhofes, die Öffnung zum Garten im Süden und das Akzentuieren der sogenannten „Trettn“ (überdachter Bereich beim Längstrakt) als Verbindung zwischen den beiden Wohneinheiten neben dem gewünschten Raumprogramm wichtige Anforderungen der Bauherrenschaft an die Planung.

Im ebenerdigen Wohnbereich wurden nun eben jene beiden Freibereiche visuell durch großzügig verglaste Schiebetüren räumlich verbunden. Als sichtbares Zeichen für den neuen Eingangsbereich wurde davor ein mit gelben Fassadenplatten verkleideter Vorbereich geschaffen, der gemeinsam mit der ebenso gestalteten Terrasse im Garten wie ein Klammer diese Zonen architektonisch fasst. Im Süden komplettiert noch der Sonnenschutz und ein kleiner Balkon die Fassade und bewahrt so vor zu starker sommerlicher Überhitzung. Der Höhenunterschied von etwa 30 cm wird zwischen der Küche und dem Wohnbereich auch im Inneren mittels Stufen ausgenützt. So kann die Kücheplatte gleichzeitig als Arbeitsfläche wie als Frühstückspult genutzt werden.

Der alte Dachstuhl im Obergeschoss musste durch eine neue Konstruktion ersetzt werden. Oben situieren sich neben dem Schlafzimmer und den Kinderzimmern auch noch ein helles lichtdurchflutetes Stiegenhaus, das sowohl die Morgen- als auch die Abendsonne in das Haus holt. Das großzügige Badezimmer hat direkten Blick auf den Baumbestand im Inneren des Hofes.

Die neue Wohneinheit wurde durch thermische Maßnahmen auf Niedrigenergiehausstandard gebracht und die alte Ölheizung musste einem modernen Pelletskessel für beide Wohneinheit weichen. Weiters sorgen 20 m² Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung und unterstützen zudem die Heizung.

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: ORTE architekturnetzwerk niederösterreich

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Heidrun Schlöglsammlung[at]orte-noe.at

Akteure

Architektur

Bauherrschaft

Tragwerksplanung