Bauwerk

Kindergarten Kaiserebersdorf
PASCHINGER ARCHITEKTEN, HOPPE architekten ZT GmbH - Wien (A) - 2012
Kindergarten Kaiserebersdorf, Foto: Fuad Pasalic
Kindergarten Kaiserebersdorf, Foto: Fuad Pasalic
1. Februar 2013 - Az W
Der als Ortskern interpretierbare Bereich um die Kirche von Kaiserebersdorf in Wien Simmering wurde durch ein 1994 von Architekt Harald Gnilsen geplantes Pfarrzentrum aus Pfarrheim und Kindergarten neu strukturiert. Ein weit ausholendes, schlankes Gesimseband verband die beiden über Eck stehenden eingeschossigen, quadratischen Gebäude mit Zeltdach. Das Ergebnis davon war ein wohlproportionierter Vorplatz, der für Veranstaltungen von Kirche und Kindergarten gern genutzt wird. Ein akkurat durchgeplantes und in sich harmonisches Ensemble also, das für eine Erweiterung durchaus einige Herausforderungen bot. Denn ursprünglich für zwei Gruppen geplant, platzte der Kindergarten längst aus allen Nähten. Eine Verdreifachung der Kapazität auf insgesamt sechs Kindergruppen war damit die Aufgabenstellung.

Das planerische Ziel bestand darin, ein stimmiges neues Ensemble zu schaffen, indem alt und neu nicht in Konkurrenz treten, sondern nebeneinander bestehen und miteinander harmonieren. Das umlaufende Band blieb als Zäsur zwischen dem alten Erdgeschoss und dem neuen Obergeschoss erhalten. Das bestehende Zeltdach des Kindergartens wurde durch einen schlichten Kubus ersetzt. Dieser aufgesetzte Kubus ist durch ein Lichtband durchschnitten und an den Ecken durch große Verglasungen noch weiter aufgelöst, was ihm Leichtigkeit und Transparenz verleiht. Im Bereich des Gartens wurde eine zweite, kleinere Box platziert, die an den Kindergarten andockt und den neuen Eingang für den Kindergarten und die Zentralgarderobe aufnimmt. Die gegenüber dem Hauptgebäude verdrehte Box schafft im Anschluss an den öffentlichen Vorplatz einen eigenen geschützten Vorbereich für den Kindergarten – als neuen Zugangsbereich und Marktplatz, der in den großzügigen Garten überleitet.

Die neuen Gebäudeteile wurden in Holzbauweise errichtet. Für die Aufstockung konnte die Holzriegelkonstruktion so optimiert werden, dass keine Verstärkungsmaßnahmen für die bestehende Tragstruktur erforderlich waren. Der Zubau erfolgte in Brettsperrholzbauweise.
Die Wahl des Baustoffes Holz erfolgte allein schon aus ökologischer Überzeugung; die haptischen, optischen und akustischen Raumqualitäten des Holzes wurden durch großzügige Sichtoberflächen in allen Aufenthaltsräumen genutzt und zur Geltung gebracht. Weitere Vorteile der Holzmassivbauweise: Ein optimales Raumklima und eine natürliche Umgebung, in der sich Kinder wie Betreuungspersonen wohl fühlen. Das gesamte Innenraumkonzept setzt auf großzügige, lichtdurchflutete Räume und die aufeinander abgestimmte Wirkung der verwendeten Materialien.

Das komplette Projekt wurde nach einer intensiven viermonatigen Planungszeit in einer Bauzeit von nur vier Monaten umgesetzt. Auf Grund fundierter Planung konnten sowohl die veranschlagten Baukosten als auch - nicht zuletzt auf Grund der gewählten Holzbauweise - der ambitionierte Übergabe-Termin an den Bauherrn gehalten werden. Seit Ende Sommer 2012 werden bereits bis zu 150 Kinder in den sechs Gruppen betreut und gefördert. (Text: Christina Aumayr-Hajek)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

Ansprechpartner:in für diese Seite: Maria Welzigwelzig[at]azw.at

Akteure

Architektur

Bauherrschaft
St. Nikolaus - Kindertagesheimstiftung in der Erzdiözese Wien

Tragwerksplanung