Bauwerk

Werkraum Bregenzerwald
Peter Zumthor - Andelsbuch (A) - 2013
Werkraum Bregenzerwald, Foto: Florian Holzherr
Werkraum Bregenzerwald, Foto: Peter Loewy

Ein Haus für das Handwerk

25. Februar 2014 - vai

Der Werkraum Bregenzerwald ist ein Zusammenschluss von über achtzig Meisterbetrieben, die mit ihrem neuen Haus ein Zeichen für Handwerkskultur setzen. Seit 1991 ist Andelsbuch Schauplatz für den Wettbewerb Handwerk+Form. Die Gemeinde stellte ein Grundstück neben dem alten Bahnhof zur Verfügung, zentral, direkt an der Bundesstraße. Alles unter einem großen Dach, in der Mitte des Tales. Versammlungsort und Vitrine - Festraum und Ausstellungsflächen. Das weit ausladende Dach begleitet die Straßenflucht und schafft an der Eingangsseite einen Vorplatz. Die zurückgesetzte Glasfassade zeigt sich als Schaufenster.

Siebenhundert Quadratmeter unter dem Tragerost aus Holz, gehalten von vierzehn zart-dimensionierten Holz-Pendelstützen und ausgesteift von drei schwarz eingefärbten Betonkuben; der Liftblock als separater Zugang in den Keller außerhalb der Glashaut, Küchen- und Stiegenblock eingeschnitten. Die raumhohen Glasflächen, gerahmt von einer Stahlkonstruktion, lassen Außen und Innen verwischen. Eine große, einladende Geste. Mit seinen dunklen Materialien übt das Haus noble Zurückhaltung und lässt die Farben, die mit den Ausstellungsobjekten hinein kommen, glänzen.

Die 70 Meter lange, mattschwarze Dachfläche schwebt sechs Meter über der Erde. Zwei Hauptträger über den Stützenreihen sind als Doppelbalken ausgeführt, 1,30 Meter hoch, 12 Zentimeter breit. Verborgen in der Tiefe der 500 Kassetten, ein Gitter aus acht Zentimeter Brettern, liegt die Technik für Lüftung, Beleuchtung und Brandschutz, sichtbar sind nur die dicken, tiefblauen Kissen und mittig eine Leuchte.
Darunter steht die Glaswand, so hoch wie Scheiben heutzutage fertigbar, in flachen Stahlprofilen, bündig mit dem Boden. Die zwei dunklen Betonquader durchdringen das Glas. Das Dach steht auf 14 Holzsäulen, die sich zu den Enden hin verjüngen und in Tasthöhe mit Lederbändern umwickelt sind. Zumthor trennt die Teile klar voneinander: Die Türme hören knapp unter der Decke auf, richten sich weder an deren Raster noch nach der Teilung der Glasfassade.

Lange Vorhänge aus dunklem Loden werden für die Zonierung des Raumes zugezogen. Es kann damit auch eine Schicht zwischen Glas und Säulen entstehen, wo die Werkraum-Mitglieder in einer Dauerausstellung präsent sein können.
Text: Martina Pfeifer Steiner

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Verena Konradvk[at]v-a-i.at