Bauwerk

Dorfzentrum Patsch
Todorka Iliova, Raimund Wulz - Patsch (A) - 2018
Dorfzentrum Patsch, Foto: Tobias Christoph
Dorfzentrum Patsch, Foto: Tobias Christoph
Der Neugestaltung des Patscher Dorfzentrums ist ein jahrelanger Gemeindeentwicklungsprozess vorausgegangen. In einem ersten Schritt wurde die Nahversorgung an die Landesstraße ausgelagert, um im Ortskern Platz für ein neues Gemeindezentrum zu schaffen. Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses wurden dann die Grundlagen für den Architekturwettbewerb erarbeitet, den Todorka Iliova mit einem gemeinsam mit Raimund Wulz entwickelten Konzept gewinnen konnte.

Das in seiner Dimension und Materialität an der bestehenden Bebauung orientierte Gemeindeamt wurde an den nördlichen Rand des Grundstücks gesetzt, am südlichen Ende entstand ein Musikpavillon. Dazwischen spannt sich der neue Dorfplatz auf, räumlich gefasst von einer der Topografie folgenden Kante sowie dem inzwischen zu einem Vereinshaus adaptierten früheren Gemeindehaus. Eine Ebene tiefer befinden sich das Musikprobelokal und der Vereinsraum, denen auf Gartengeschoßebene ein windgeschützter, durchgrünter Platz vorgelagert ist.

Insgesamt erhielt die Patscher Bevölkerung mit dem neuen Dorfzentrum einen lebendigen Ort der Begegnung und Kommunikation.

Das Dorfzentrum wurde bei der „Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen 2020“ mit einer lobenden Erwähnung bedacht: „Der Titel des Projekts benennt das, was es ist: Patsch hat zwischen Vereinshaus und Kirche einige Ergänzungen erhalten, die gleichzeitig beiläufig und zeichenhaft das Gemeinwesen feiern. Ein Gemeindehaus, ein Musikpavillon, dazwischen ein Platz, unter dem man parken kann und nicht mittig gesetzt ein sehr schöner Brunnen. Die Objekte sprechen empathisch von Leben an diesem Dorf, das sich über die Jahrhunderte geändert hat. Es dient nicht mehr der Selbstversorgung, sondern bildet eine mit der Welt verbundene soziale Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft hat nun einen sehr schönen Platz und einen lebenswerten Raum bekommen.“ (Anne-Julchen Bernhardt, Jurorin) (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

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