Bauwerk

Cohousing Holzstraße
Gernot Fritz - Linz (A) - 2023
Cohousing Holzstraße, Foto: Violetta Wakolbinger
Cohousing Holzstraße, Foto: Violetta Wakolbinger
23. Januar 2024 - afo
Der gemeinschaftliche Wohnbau im Linzer Kaplanhofviertel liegt an der Schnittstelle zwischen der Industrie im Hafengebiet und der Innenstadt. Neben Siedlungen aus den 1940er Jahren finden sich im Umfeld auch industrielle Anlagen und in direkter Nachbarschaft ein großer Wohnbau der GWG (Arch. Herzog und Schrade / Stögmüller, 1995), der das Straßenbild maßgeblich prägt. Sich an der Höhe dieser Bauten orientierend fügt sich der Neubau als markanter Punkt in die städtebaulich wenig definierte Umgebung ein. Der Garten im ersten Obergeschoss öffnet sich im Südosten zum grünen Zwischenraum der GWG-Bauten, komplettiert somit die vorhandene Bebauung und schließt sie zum nachbarschaftlichen Ensemble. Die Fassade zieht das umliegende Grün vertikal nach oben und sorgt so v. a. in den Sommermonaten für angenehme Atmosphäre und ausgleichendes Klima gegenüber den großen Dachflächen der umliegenden Supermärkte.

Mit dem Projekt Cohousing Holzstraße wurde ein alternatives Wohnkonzept mitten in der Stadt realisiert, bei dem Gemeinschaftliches, Partizipation, Ökologie und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Die Bewohner:innen erwarben ihre Wohnungen samt Loggien im Eigentum und bestimmten deren Planung und die Gestaltung der Gemeinschaftseinrichtungen von Anfang an mit. Gemeinsame Räume für Austausch zwischen den Bewohner:innen – eine Gemeinschaftsküche, ein Kinderspielraum, eine Werkstatt und Urban Gardening – ermöglichen Kommunikation und bieten zugleich Raum für individuelle Entfaltung. Die Geschäftsflächen im Erdgeschoss beleben das Gebäude, die optimale Nahversorgung im unmittelbaren Umfeld ermöglicht kurze Wege und leistet damit einen Beitrag zum ressourcenschonenden Gesamtkonzept.

Ab dem ersten Obergeschoss wurde das Gebäude als Holzbau umgesetzt – aus bauökologischen Gründen, aber auch im Interesse hohen Wohnkomforts. Neben dem verantwortungsbewussten Einsatz von Baumaterial sorgen die Grundwasserwärmepumpe zum Heizen und Kühlen, die Photovoltaikanlage am Dach und die Regenwassernutzung zur Bewässerung der Pflanzen für einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck. (Text: Tobias Hagleitner, nach einem Text des Architekten)

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