Bauwerk

Otto Wagner Spital mit Pflegezentrum, Umbau Pavillon 9 - Geriatrie
RUNSER / PRANTL architekten - Wien (A) - 2001
Otto Wagner Spital mit Pflegezentrum, Umbau Pavillon 9 - Geriatrie, Foto: Margherita Spiluttini
Otto Wagner Spital mit Pflegezentrum, Umbau Pavillon 9 - Geriatrie, Foto: Margherita Spiluttini
12. März 2002 - Az W
Bei der räumlichen Adaptierung des 1907 errichteten Pavillons 9 des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe bildete eine umfassende, funktionale wie atmosphärische Anhebung des Wohn- und Lebensstandards die Basis des subtilen architektonischen Eingriffs. Zwei geriatrische Stationen mit je 24 Betten, in zwei Gruppen zu je 12 Personen unterteilt, sind in den beiden Hauptebenen untergebracht, während das Gartengeschoss und das Dachgeschoss therapeutischer Nutzung zur Verfügung stehen.
Der bestehende Gebäudeeingang wurde durch einen hallenartigen Vorbau aus einer Stahl-Glaskonstruktion ergänzt, so dass zwischen Stiege und dem für viele Patienten notwendigen Lift eine gleichwertige räumliche Grundsituation besteht.
Da die Patienten ihr mit schöner und schlichter Möblierung (Ulme farblos lackiert) ausgestattetes Zimmer zu Therapiezwecken tagsüber häufig verlassen, wurden die Gangbereiche und Aufenthaltsräume mit der gleichen Sorgfalt wie die "privaten” Zonen des Pavillons behandelt. Der natürlich belüftete und belichtete Gang ist die meistfrequentierte “Strasse" des Hauses, an der alle Zimmer, die Tagräume und der Pflegestützpunkt andocken.
Der ganztägig besonnte Stations-Stützpunkt befindet sich in der Mitte des Südteils des Gebäudes in Sichtweite des Eingangs und des Gangbereiches; die Tagräume sind in den Seitenflügeln am Ost- und Westende des Gebäudes untergebracht.
Die grosse Bettenanzahl der Pflegestationen und die vorhandene Gebäudegrösse erforderte ein Entfernen der Mittelmauer und deren Ersatz durch einen Unterzug. Die hohen Räume werden mit den niedrigen Einbauten massstäblich abgefangen und erscheinen daher durchwegs wohnlicher. Durch ein Oberlicht über den Sanitärzellen und Türen fällt Tageslicht in die nördliche Gangzone, die durch die einzelnen Sanitärkerne angenehm rhythmisiert wird.
Der Therapiebereich im Gartengeschoss kann zusammen mit der grosszügigen Halle des Durchgangs als zusammenhängende Raumeinheit genutzt werden, was aufgrund des direkten Bezugs zum Garten vor allem im Sommer auch grösseren Veranstaltungen den nötigen Freiraum lässt. (Text: Gabriele Kaiser)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

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