Zeitschrift

UmBau 20
Morality and Architecture. Architektur und Gesellschaft.
UmBau 20
zur Zeitschrift: UmBau
»Morality and Architecture« ist der Titel von David Watkins Polemik aus dem Jahr 1977 gegen die moralistische Selbstgerechtigkeit des Modernismus. Im Titel des vorliegenden UmBau ist das Wort Moral durchgestrichen, in Anlehnung an eine von Marin Heidegger manchmal geübte Praxis, „Sein„ durchgestrichen zu schreiben, weil das Wort zwar notwendig ist – aber doch unmöglich, da es jeder Bezeichnung vorangeht. Ebenso prekär ist der Status des Begriffs »Moral« im aktuellen architektonischen Diskurs, bedroht vom angeblichen »Tod des Politischen« und der Geburt des »Posthumanismus«. Die Beiträge im wissenschaftlichen Teil des UmBau kreisen um diesen Begriff sous rature. Mehr dazu in Kari Jormakkas Einleitungstext auf Seite 52.

Trotz der Streichung im Titel meldet sich der moralische Reflex im aktuellen Teil dieses Hefts mit Beiträgen zu einigen im letzten Jahr besonders umkämpften Projekten wie dem Kleinen Festspielhaus Salzburg und den Türmen von Wien Mitte gleich mehrfach zurück. Hinter den öffentlichen Aufregungen über Bauhöhen, Blickachsen und kulturelles Erbe verbirgt sich die wachsende Unfähigkeit unserer Gesellschaft, ihre architektonischen Bedürfnisse auf einem konkreten, allgemein verständlichen Niveau zu artikulieren. Cedric Price, der Kiesler-Preisträger des Jahres 2002, propagiert im Interview ab Seite 14 seine Alternativen zu derartigen Scheingefechten.

Wie sich die Österreichische Gesellschaft für Architektur seit ihrer Gründung in die öffentliche Debatte über Architektur eingebracht hat, stellt Bernadette Reinhold in ihrem Beitrag über die Geschichte der ÖGFA ab Seite 129 dar.

Der Fotoessay dieser Ausgabe stammt von Bruno Klomfar. Er schildert die Aura des Niemandslandes, die in den funktionslos gewordenen innereuropäischen Grenzstationen weiterlebt.

»Learning from Calvin Klein« lautet schließlich der Titel des Call for Papers für den UmBau 21, der sich mit Szenarien der Architekturentwicklung zwischen Markenbewusstsein und »Co-Opetition« befassen wird. Nachzulesen auf Seite 141, mit Beiträgen zu beantworten bis Oktober 2003.

Christian Kühn

8 Vorwort | Christian Kühn

9 Logik der Verflechtung | Wilfried Kühn
14 Nostalgia for the Sixties is Laughable | Cedric Price talking with Christian Kühn
17 Hochhaushoher Manierismus | Christian Kühn
22 Experimentelle Tendenzen in der Architektur | Elsa Prochazka
24 Umbau, Erweiterung und Erneuerung der Albertina | Felicitas Konecny, Iris Meder
26 Wettbewerbskultur auf dem Holzbauerweg | Norbert Mayr
29 Back to the Pen, back to Peichl? | Christian Kühn
30 Nachrufe | Christian Kühn

FotoEssay
32 transitory territories/borders | Bruno Klomfar
50 Text: Im Niemandsland | Elke Krasny

Morality and Architecture
52 Foreword: Morality and Architecture | Kari Jormakka
56 Spaces for Humans? | Wolfgang Welsch
68 Der Mythos vom politikfreien Raum | Robert Kaltenbrunner
78 Politik des Generischen | Christa Kamleithner, Maria Theresia Litschauer
91 Die postsozialistische Stadt | Regina Bittner, Kai Vöckler
103 The Void That Does Not Exist | Gil M. Doron
114 On Beyond Koolhaas | Mark Gilbert

Zur Geschichte der Österreichischen Gesellschaft für Architektur ÖGFA
129 Present – Continuous – Past(s) | Bernadette Reinhold

Call for Papers
141 UmBau 21: Lernen von Calvin Klein, Learning from Calvin Klein | Christian Kühn, Kari Jormakka

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