Publikation

Die ›Nationale Bautradition‹ denken
Architekturideologie und Sozialistischer Realismus in der DDR der Fünfziger Jahre
Die ›Nationale Bautradition‹ denken
ISBN: 978-3-7861-2718-5
Sprache: Deutsch
Publikationsdatum: 2014
Umfang: 224 S., 30 sw-Abb.
Format: Hardcover, 21x 27 cm,

Die historische Analyse von zeitgenössischen Texten und Quellen gibt präzisen Einblick in den Diskurs, der Entstehung, Ausprägung, Gestaltung und Wandel der sozialistischen Baukunst in der DDR auf Basis des Sozialistischen Realismus prägte. Dieser Diskurs wird unter dem Begriff »Nationale Bautradition« gefasst.

Wie konnte in der jungen DDR ideologisch bestimmt eine neue Architektursprache auf Grundlage ausgerechnet des überkommenen Formenbestandes des Klassizismus entwickelt werden, dem „alten“ Erbe der kapitalistischen Epoche? Für die gesellschaftspolitischen Eliten der SBZ/DDR in den 1950er Jahren bildete Architektur ein integrales Mittel im Aufbau einer neuen, sozialistischen Gesellschaft. Die Baukunst sollte ihrem »Inhalt nach sozialistisch« und ihrer »Form nach national« sein, wofür das »historische Erbe« und die »deutsche Architektur« als Bezugspunkt gewählt wurden. Der Ansatz ist umso überraschender, als viele Bauschaffende wie Hermann Henselmann oder Hanns Hopp in der modernen Architektur verankert waren. Während die Architektur des Westens und der Moderne als bloßer Formalismus diffamiert wurden, kritisierte der Westen wiederum diese Bezugnahme auf den Historismus des 19. Jahrhunderts in der DDR. Alexander Karrasch arbeitet die ideologischen, philopsophischen und gesellschaftspolitischen Hintergründe der Bemühungen um einen eigenen architektonischen Stil bis zum Tod Stalins (1953) heraus.

Der Autor:
Alexander Karrasch studierte Geschichte, Politik und Kulturwissenschaft an den Universitäten Regensburg und Luzern. 2007–12 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Regensburg. Forschungsschwerpunkte sind Stadtforschung, DDR-Geschichte und politische Ikonografie.

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Weiterführende Links:
Gebr. Mann Verlag im Dietrich Reimer Verlag

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