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Das Wohnhochhaus ist ein teures Produkt
Das Wohnen im Hochhaus war in Deutschland lange stigmatisiert. Die Hochhauserfahrungen der sechziger und siebziger Jahre haben dazu geführt, dass die Bauaufgabe als Ganzes in Frage gestellt wurde. Heute ist das Wohnhochhaus wieder im Kommen, aber bislang nur im oberen Marktsegment, finanziert von privaten Investoren, in guter Lage. Aber kann das Hochhaus heute mehr? Quartiere nachverdichten, Nachbarschaften bilden? Gibt es Modelle für bezahlbares Wohnen mit Aussicht?
Exil Europa
Die Flüchtlingsfrage hat Europa verändert. 2016 wurden Grenzen geschlossen und Transitrouten versperrt. Die EU findet bis heute keine Antwort auf die Frage nach einer gerechten Verteilung von Flüchtlingen, stattdessen zahlt sie der Türkei Milliarden. Aber auch das ist Europa: Viele Städte handeln mit pragmatischer Offenheit, Freiwillige engagieren sich. Eine Reise durch einen Kontinent voller Widersprüche.
Der Volkspark des 21. Jahrhunderts
Ein Zaun, ein paar Eingänge und eine magische Weite mitten in Berlin: 2014 entschied die Bevölkerung, dass das Tempelhofer Feld nicht bebaut werden soll. Nach einem aufwendigen Partizipationsverfahren liegt jetzt ein Entwicklungs- und Pflegeplan für die 303 Hektar große Fläche vor: ein gigantisches Leistungsverzeichnis, das nicht nur die Rasenpflege beschreibt, sondern auch die sozialen Beziehungen.
Im Mischgebiet
Lager, Werkstatt und Atelier in Gleißenberg
In der Oberpfalz, unweit der tschechischen Grenze, haben Florian Nagler Architekten für einen Künstler einen Neubau errichtet, der so gar nicht ins Dorfidyll passen will. Dem Entwurf liegt ein unsentimentaler Kunstbegriff zugrunde: In diesen Räumen kann produziert werden, heute Bilder, morgen vielleicht etwas andere.
In der Komfortzone
Symposien in München und Berlin zu Integration und bezahlbarem Wohnraum
Einhellig bekunden Politiker wie Planer ihren Willen zur Integration von Flüchtlingen und zum Bau von bezahlbarem Wohnraum. Doch die Situation wird zunehmend absurder: Europa macht die Grenzen dicht und wir reden über den Energiestandard von Holzmodulen. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei.
Flüchtlingskrise? Wohnungsfrage!
In einer Situation, in der hunderttausende Wohnungen fehlen und allein 2015 fast eine Million Menschen die Grenze passiert hat, sollte man meinen, dass Architekten alle Hände voll zu tun haben. Dass eilig Wettbewerbe ausgelobt werden, dass jetzt endlich im großen Stil bezahlbare Wohnungen gebaut und mit neuen Wohnformen experimentiert wird. Doch die Aufbruchstimmung ist verhalten. Dabei könnte 2016 das Jahr der Architekten werden.
Abgehängte Decken und die brutale Schönheit Italiens | Elements und Monditalia
Architekturbiennale in Venedig 2014
Die Erwartungen an Rem Koolhaas waren hoch, und er hat sie wieder einmal erfolgreich unterlaufen. Als Direktor der Architekturbiennale in Venedig verwirrt er all jene, die nach einfachen Antworten suchen. In den Arsenale legt er die italienische Halbinsel auf den Seziertisch, in den Giardini gar die Architektur selbst.
Die Reste der IBA
Urban Living – neue Formen des städtischen Wohnens in Berlin
2020 hätte es in Berlin eine Internationale Bauausstellung geben sollen. Die Mittel dafür wurden der Senatsbaudirektorin im vergangenen Jahr kurzerhand gestrichen. Regula Lüscher hat dennoch weitergearbeitet und präsentiert nun 31 Entwürfe für urbane Wohnformen: eine Steilvorlage für die Berliner Wohnungsbaugesellschaften, die jetzt nicht mehr so tun können, als wäre es unmöglich, kostengünstig und zeitgemäß Wohnungen zu bauen.
Ein wenig Offenheit
Neubau des Strafjustizzentrums in Nürnberg
Während der Nürnberger Prozesse 1945–46 stand der Justizpalast im Fokus der Weltöffentlichkeit. Der Schwurgerichtssaal 600, in dem sich die Hauptkriegsverbrecher der NS-Zeit verantworten mussten, ist bis heute in Betrieb und soll in Zukunft Museum werden. Diesen längst überfälligen Schritt soll ein Neubau ermöglichen, durch den der Altbau entlastet und das abweisend wirkende Areal mit Justiz und Strafvollzug städtebaulich eingebunden wird.
Was ist das, die Krise?
Wie gehen südeuropäische Städte mit der Krise um? „We-Traders“, ein Projekt des Goethe-Instituts, erforscht diese Frage mit einer ungewöhnlichen Versuchsanordnung. Die Kuratorinnen Angelika Fitz und Rose Epple bringen 25 städtische Initiativen aus fünf Ländern an einen Tisch und lassen sie gemeinsam eine Ausstellung erarbeiten, ja sogar ein Manifest formulieren.
Auf 5,6 Quadratmetern
Der moderne Dreiseithof
Wie bringt man 2000 Quadratmeter Ausstellungs- und Seminarfläche in einem kleinen Dorf unter? rw architekten aus Berlin ist es gelungen, eine ländliche Bautypologie neu zu interpretieren. Das „Barnim Panorama“ in Wandlitz nimmt Material und Formensprache Brandenburger Höfe auf und wirkt dabei kein bisschen volkstümelnd.
„Wir hatten die Vorstellung, dass der Stadtraum ein Zuhause ist“
Interview mit Paul Robbrecht und Marie-José Van Hee
Die beiden Büros Robbrecht en Daem architecten und Marie-José Van Hee architecten sind eigenständig, teilen sich aber gemeinsame Räume in einer umgebauten Gewerbehalle aus den 70er Jahren in Gent und arbeiten seit 25 Jahren immer wieder projektbezogen zusammen.
Der Fall Woodcube
Wem gehört ein Wettbewerbsentwurf, wenn sich Investor und Architekt nicht einig werden? Im Fall des Woodcube, einem Modellwohnhaus der Hamburger IBA, baute der Investor kurzerhand mit einem anderen Büro weiter. Was war da los? Die Wettbewerbsgewinner Christoph Roedig und Daniel Rozynski von IfuH erläutern ihre Sicht der Dinge.
Middle Ground. Die 13. Architekturbiennale in Venedig
David Chipperfield , Kurator der 13. Architekturbiennale in Venedig, richtet mit dem Motto „Common Ground“ in aller Bescheidenheit den Blick auf „das Normale, das Soziale und das Gemeinsame“ – und geht damit den Weg weiter, den Kazujo Sejima 2010 eingeschlagen hat. Dabei hätte die saturierte Veranstaltung dringend eine Neuausrichtung nötig.