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Artikel

24. Februar 2026 Neue Zürcher Zeitung

Doha ist zum Spazieren schön: Mit dem Vorzeigequartier Msheireb untermauert Katar seinen Führungsanspruch im Städtebau

Es geht auch ohne Wolkenkratzer. Doha hebt sich von den Glitzermetropolen am Persischen Golf ab und baut öffentliche Orte zum Flanieren und Verweilen: eine nachhaltige, regional geprägte Alternative zur globalen, amerikanisch inspirierten Baupraxis.

Die Städte am Arabischen Golf prunken gern mit ihren glitzernden Skylines. Die eindrucksvollste besitzt zweifellos Dubai, die schönste aber Doha. Besucht man diesen Hochhauswald mit der Metro, so kommt man zu Fuss zwischen den verkehrsumtosten Türmen kaum voran. Das Auto ist hier wie überall in Katar...

9. Juli 2024 Neue Zürcher Zeitung

Irrwitzige Riesenbauten, Designer-Inseln im Meer – solange das Erdöl sprudelt, ist Saudiarabien ein Paradies für Architekten

Das Weltkulturzentrum Ithra in Dhahran ist derzeit das eindrücklichste zeitgenössisches Bauwerk im Golfstaat – aber nicht das einzige Ausnahmeprojekt.

Durch das Erdöl reich geworden, schmückt sich Saudiarabien seit gut fünfzig Jahren mit moderner Architektur. Vorzeigebauten von Kenzo Tange, Minoru Yamasaki, Gordon Bunshaft oder Frei Otto zählten lange zu den wenigen ausländischen Duftmarken im abgeschotteten Königreich. Selbst heute noch werden Prestigeprojekte...

17. Juni 2022 Neue Zürcher Zeitung

Lausannes Meisterleistung: Die Harmonie des neuen Museumsviertels lässt dessen Entstehungsgeschichte vergessen

Städtebaulich ist Lausanne ein Glanzstück gelungen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Ein genauer Blick verrät, wieso der Minimalismus am Genfersee nicht zu karg wirkt.

Lausanne weiss seine Gäste zu betören. Oben auf der Terrasse vor der Kathedrale bestaunen sie eine Landschaft von grandioser Weite, während sie sich unten im ehemaligen Fischerdorf Ouchy fast schon am Mittelmeer wähnen. Diese geografische Offenheit wirkt sich seit einigen Jahren auch auf das Kulturleben...

10. Mai 2021 Neue Zürcher Zeitung

Bangkoks exzentrische Wolkenkratzer bilden eine Kulisse, die an Science-Fiction erinnert

Im Höhenrausch drängt die Skyline von Bangkok das Bild der beschaulichen Kolonialstadt zurück, auch wenn die Architekturführer weiterhin fast nur dieses abbilden.

Kaum ein Ort auf unserem Planeten vermag die Zukunft unserer Megastädte besser zu veranschaulichen als der Siam Square in Bangkok: Zwischen Wolkenkratzern tost der Verkehr auf mehreren Ebenen. Unten brüllen Motorräder und Autos, darüber donnern Skytrains, und dazwischen eilen Fussgänger auf Passerellen...

7. August 2020 Neue Zürcher Zeitung

Die Natur in der Stadt spriesst und blüht auch im Klimawandel

Die vielfältige Pflanzenwelt der Stadt Zürich lässt uns Flaneure vom Süden träumen

Die im 19. Jahrhundert von namhaften Gartenarchitekten geschaffenen Quaianlagen verwandelten Zürich, ähnlich wie Genf und Luzern, von einer Fluss- in eine Seestadt. Türkisblaue Fluten, die entlang der Uferpromenaden zwischen dichtem Grün aufblitzen, gaukeln uns bei heissem Sommerwetter, wenn die Alpengipfel...

18. April 2020 Neue Zürcher Zeitung

Herzog & de Meurons mehrfache Synthesen in Hongkong

Im Tai-Kwun-Kulturzentrum verbanden Herzog & de Meuron Bauten aus der Kolonialzeit mit einer aluminiumverkleideten Science-Fiction. In ihrem laufenden Projekt M+ im West Kowloon Cultural District aber fehlt der städtische Kontext.

Die Megacitys Asiens befinden sich im Höhenrausch. In ihrem Expansionsdrang nehmen sie kaum Rücksicht auf ihr architektonisches Erbe. Vor allem Hongkong, das schon lange unter Dichtestress leidet, opferte dem Wachstum fast seine ganze koloniale Pracht. Erst als die Übergabe der von 1841 bis 1997 britisch...

5. März 2020 Neue Zürcher Zeitung

Lausanne zelebriert die Unendlichkeit von Rippen und Treppen

Mit dem Musée cantonal des Beaux-Arts schaffen die spanischen Architekten Barozzi Veiga ein Raumwunder. Seine Vorgeschichte ist allerdings vertrackt.

Kachelofen, Toblerone, Boîte à chaussures – die Kulturbauten, die das Büro Barozzi Veiga aus Barcelona jüngst in Chur, Zürich und Lausanne realisierte, lassen das breite Publikum nicht kalt, wie die mehr oder weniger liebevollen Spitznamen beweisen. Das dritte Schweizer Projekt des aufstrebenden Duos...

27. November 2019 Neue Zürcher Zeitung

Tel Aviv und sein Bauhaus-Erbe: ein Meer aus weissen Zuckerwürfeln

Im Bauhaus-Jahr feiert sich Tel Aviv mit der Eröffnung des White City Center als Inbegriff der modernen Stadt.

Es sind nicht nur pulsierend heisse Partynächte und der Mix der Kulturen und Architekturikonen, welche die Kulisse der White City einzigartig machen. Das riesige Konglomerat von Bauten der klassischen Moderne gleicht vom Flugzeug aus betrachtet einem Meer von lose aneinandergereihten Zuckerwürfeln. Bei...

16. August 2019 Neue Zürcher Zeitung

Ideen für die Stadt im Dichtestress: Erst die Vielfalt macht das Vergnügen

Das Rotterdamer Architekturbüro MDRDV denkt über einen intelligenten Umgang mit unseren Landressourcen nach und macht gleich vor, wie viel Spass im vertikalen Dorf und in der vertikalen Stadt steckt.

Ein Lieblingswort im Schweizer Städtebau ist seit Jahren die Verdichtung. Der Grossteil der 8,5 Millionen Einwohner unseres Landes breitet sich im gut 10 000 Quadratkilometer grossen Mittelland aus, aber eine weitere Zubetonierung wertvollen Landwirtschaftslandes ist nicht erwünscht. Das setzt die Ballungsräume...

14. Dezember 2018 Neue Zürcher Zeitung

Digitale Zukunftswelten: Ein neues Museum in Helsinki schafft Platz auch für die Kunst von morgen

Coole, alt und neu verschmelzende Architektur: das Amos Rex zeigt, dass die einst vielbewunderte finnische Baukunst wieder zu kreativen Höhenflügen fähig ist. Und die dynamische Eröffnungsschau spricht unmittelbar die Sinne an: Gezeigt werden die neusten interaktiven Möglichkeiten der Kunst.

Wie soll ein Museum aussehen, das sich für herkömmliche Arbeiten genauso wie für Kunst von morgen eignet? Diese Frage stellte sich Kai Kartio, der Direktor des privaten Amos Anderson Museum in Helsinki, als er 2012 einen geräumigeren Ort für seine auf Werke vom Postimpressionismus bis heute spezialisierte...

30. Juli 2018 Neue Zürcher Zeitung

Himmlische Grenzen. In Mumbai schiessen die luxuriösen Wohnhäuser in die Höhe

Für die wachsende Zahl Wohlhabender entstehen in der indischen Metropole Mumbai Hunderte von Wohnhochhäusern. Manche verfügen nicht nur über einen Heliport auf dem Dach, sondern auch über hängende Gärten.

Gibt es in der Riesenstadt Mumbai einen stimmungsvolleren Ort als den Banganga Tank? Ein Hauch von Varanasi schwebt über dem riesigen Wasserbassin, wo modisch frisierte junge Männer und ausgemergelte Sadhus ihre rituellen Waschungen fast wie im Ganges vornehmen. Hoch über den abgetreppten Ufermauern...

9. April 2018 Neue Zürcher Zeitung

Warum der König von Neapel dafür sorgte, dass nicht jeder nach Pompeji konnte

Am Anfang durften nur ausgewählte Besucher in die frisch entdeckte Römerstadt am Vesuv. Zeichnen durfte dort erst recht nicht jeder. Das Museo Max in Chiasso zeigt nun frühe Bilder der Ausgrabungen. Dabei wird klar, wie begierig Informationen über die geheimnisumwitterten Fundorte aufgenommen wurden.

Es war die Tragödie des Untergangs, mit der bisher alle Ausstellungen zu den am 24. August 79 vom Vesuv zerstörten Städten Herculaneum, Pompeji und Stabiae die Besucher lockten. Dramatische Inszenierungen meisterhafter Kunstwerke und beklemmender Abgüsse von Verstorbenen weckten in Berlin, London, Mannheim,...

15. Januar 2018 Neue Zürcher Zeitung

Herzog & de Meuron perfektionieren die Villa als Reihenhaus

Eine Upper-Class-Wohnanlage von Herzog & de Meuron zelebriert die Schönheit des Ortes auf wirklich vornehme Weise.

Verdichtung ist ein schwieriges Geschäft, vor allem wenn sie in den schönsten Wohnlagen der Schweiz stattfindet. Immer mehr Stadthäuser in aussichtsreichen Gartenquartieren und kleine Villen an den Seen müssen banalen Luxusblöcken mit Fensterbändern und gläsernen Balkonen weichen. Vor diesen «Crèmeschnitten»...

21. November 2017 Neue Zürcher Zeitung

Mailand in den Alpen

Die bildhaften Bauten von Armando Ronca werden von Architekten verehrt und drohen trotzdem zu verfallen. Eine Ausstellung in Südtirol erinnert an das grosse Erbe des Baukünstlers.

Die Zeit der minimalistischen Betonarchitektur, der sogenannten Schweizer Kiste, ist vorbei. Die schönsten Bauten, die unlängst in Zürich entstanden, zeugen von einer Auseinandersetzung mit dem reichen Formenschatz der lombardischen Nachkriegsarchitektur – etwa das in dunkelgrüne Kacheln gehüllte Mehrfamilienhaus...

3. August 2017 Neue Zürcher Zeitung

Ein architektonisches Meisterwerk sorgt für Glamour am Lago Maggiore

Locarno hat sich zum Jubiläum des Filmfestivals einen neuen Kinopalast geschenkt. Der spanische Architekt Alejandro Zaera-Polo verwandelte ein schmuckes Schulhaus in einen spektakulären Kunsttempel.

Landschaft, Vegetation und Klima machten die Gegend von Locarno einst zu einem Paradies – zumindest in den Augen jener Künstler, Aussteiger und Anarchisten aus dem Norden, die auf dem Monte Verità mit alternativen Lebensmodellen experimentierten. Doch in den letzten siebzig Jahren hat architektonischer...

18. Juli 2017 Neue Zürcher Zeitung

Was Baukunst zu leisten vermag

Im Zeichen der Verdichtung wird immer mehr wertvolle Bausubstanz zerstört. Das Beispiel der Franzensfeste in Südtirol lehrt nun, wie Altbauten ebenso subtil wie kunstvoll revitalisiert werden können.

Die Alpen und ihr Vorland von der Côte d'Azur bis Wien zählen zu den landschaftlichen Höhepunkten Europas. Das zeigt ein Blick von Zürichs Bürkli-Terrasse auf den See und das Hochgebirge. Dank der fest mit dem Stadtbild verflochtenen Seelandschaft, die nun durch eine ökologisch fragwürdige Seilbahn zur...

11. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Suburbia am Zürichsee

Auch Zürich tendiert dazu, das Aussehen eines seelenlosen Vororts anzunehmen – eine Architekturkritik.

Versprochen wurde uns ein Meisterwerk mit flimmernd silbergrünen Glasfassaden. Wie tanzende Fontänen sollten sie vor dem Hintergrund des Üetlibergs die Blicke auf sich ziehen. Das Rendering war so verführerisch, dass der Versicherungskonzern Swiss Re im Jahr 2008 nach der Verkündigung der Wettbewerbsergebnisse...

4. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Gartenpavillon und Kunstvilla

Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel ist dank ihrer Sammlung und ihren Ausstellungen das meistbesuchte Museum der Schweiz. Nun soll es eine Erweiterung von Peter Zumthor erhalten.

Galeristen werden gerne als knallharte Geschäftsleute mit Sinn für Ästhetik bezeichnet. Aber es gibt nicht wenige, die sich auch kulturell engagieren. Hierzulande etwa Angela Rosengart, die 1992 die Stiftung Rosengart gründete und zehn Jahre später das gleichnamige Museum in Luzern eröffnete, oder der...

13. April 2017 Neue Zürcher Zeitung

Eine baukünstlerische Wunderwelt

Das neue, vom Atelier Cube realisierte Waadtländer Parlamentsgebäude ist ein gebauter Dialog zwischen Alt und Neu. Es verleiht der Lausanner Cité einen diskret modernen architektonischen Akzent.

Es war ein schwarzer Tag für den Kanton Waadt und für die Kunstgeschichte. Ein während der Restaurierungsarbeiten ausgebrochener Brand liess am 14. Mai 2002 vom symbolträchtigsten Parlamentsgebäude der Schweiz nur noch Ruinen übrig. Dem Flammenmeer zum Opfer gefallen war ein Hauptwerk des Klassizismus,...

11. April 2017 Neue Zürcher Zeitung

Ein Geschenk der Katastrophe

Mit seinen Büchern begründete Johann Joachim Winckelmann die moderne Kunstwissenschaft, wie eine sehenswerte Ausstellung in Chiasso zeigt. Sie regt dazu an, in der Pompeji-Literatur zu blättern.

Die künstlerische Moderne begann mit dem Klassizismus. Eines seiner Fundamente legte Johann Joachim Winckelmann mit der 1755 in Dresden erschienenen Schrift «Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst». Bald übersiedelte er nach Rom und befeuerte 1762 mit seinen...

30. März 2017 Neue Zürcher Zeitung

Kritik am französischen Städtebau

Angewidert durch die städtebaulichen Entwicklungen in Frankreich, holte Jean Nouvel jüngst in «Le Monde» zum Rundschlag aus. Ein ähnliches Engagement wünschte man sich auch von Schweizer Architekten.

Unsere Städte werden immer hässlicher und seelenloser, nicht nur in den Speckgürteln. Das zeigt ein Blick auf Zürich. Hier wird – sieht man von Glücksfällen wie dem Stadelhofen oder dem Sechseläutenplatz ab – fast überall historische Substanz auf dem Altar des schnellen Geldes geopfert. Und was entsteht...

1. März 2017 mit Tobias Bühlmann
Neue Zürcher Zeitung

Drei Spanier gewinnen renommierte Architekturauszeichnung

Der diesjährige Pritzker-Preis geht an die drei spanischen Architekten Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Wilalta. Der Preis gilt als die prestigeträchtigste Auszeichnung für den Berufsstand.

Lang hinderte das Stardenken die Pritzker-Jury daran, Teams auszuzeichnen. Erst mit Herzog & de Meuron wurden 2001 und mit Sanaa 2010 Zweierteams geehrt. Nun erhalten mit dem katalanischen Büro Aranda Pigem Vilalta gleich drei Architekten, darunter eine Frau, den begehrten Preis.

Rafael Aranda, Carme...

1. März 2017 Neue Zürcher Zeitung

Subtile Meisterwerke

Mit der Verleihung des Pritzkerpreises 2017 an Aranda Pigem Vilalta betont die Jury die Bedeutung der Gratwanderung zwischen regionalistischem Engagement und globalem Formverständnis.

Im Vorfeld grosser Preisverleihungen wird gerne spekuliert, wer die Auszeichnungen – von den Oscars bis zu den Nobelpreisen – erhalten wird. Geschah dies früher eher im kleinen Kreis, so diskutiert man heute mehr und mehr im Internet. Dort kann man mittlerweile sogar seine Favoriten vorschlagen oder...

28. Dezember 2016 Neue Zürcher Zeitung

Architektonische Glanzlichter

Der noch nicht einmal 40 Jahre alte Campus der ETH Lausanne wurde als Modellstadt auf der grünen Wiese errichtet. Heute machen ihn aussergewöhnliche Bauten zum Wallfahrtsort für Architekturliebhaber.

Beinahe im Jahresrhythmus überrascht die ETH Lausanne mit spektakulären Neubauten – und man staunt über die Dynamik dieser einst auf der grünen Wiese aus dem Nichts gezauberten Modellstadt, deren ideelle Wurzeln weit zurückreichen. Schon in ihrem 1955 veröffentlichten Pamphlet «achtung: die Schweiz»...

5. November 2016 Neue Zürcher Zeitung

Mit geblähten Segeln

Die soeben vollendete Hamburger Elbphilharmonie setzt dem Schaffen von Herzog & de Meuron die Krone auf. Sie lässt vielschichtige Bezüge zu anderen Werken der Basler Architekten herstellen.

Der Countdown läuft. Noch 67 Tage dauert es bis zur Einweihung des grossen Saals der Elbphilharmonie, und plötzlich fiebert halb Hamburg dem Ereignis entgegen. Von heute an ist die Plaza, die sich in 37 Metern Höhe wie ein Schnitt durch das ganze Gebäude zwischen dem backsteinernen Sockelbau des Kaispeichers...