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Rotierender Rasen bei der Gartenschau
Der Standard
22. Dezember 1999 - Denise Leising
Nur noch dreieinhalb Monate bis zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau 2000 in Unterpremstätten bei Graz. Am 13. April beginnt das große Fest der Blumen und Pflanzen, das bis 15. Oktober insgesamt eine Million Besucher anlocken soll. Geschäftsführer Michael Krainer, der das Ereignis vermarktet, hat auch nicht den geringsten Zweifel, dass die Gartenschau zum Publikumsrenner wird.

Für eine perfekte Inszenierung hat der - verstorbene - Landschaftsarchitekt Dieter Kienast jedenfalls (vor)gesorgt. Der gebürtige Zürcher, der unter anderem den Günthersburgpark in Frankfurt gestaltete, hatte mit Romantik und Idylle nichts am Hut. Er war ein Gartenerneuerer, für den Garten, wie Kant sagte, das vollkommenste Kunstwerk war.

Daher scheint es nur logisch, dass auch Künstler eingeladen wurden, sich mit der Natur auseinanderzusetzen. Zwölf Stellen auf dem Ausstellungsgelände wurden ausgewählt, wo sich die Kunst entfalten kann. Der international ausgeschriebene Wettbewerb stieß jedenfalls auf großes Interesse. 210 Künstler aus Europa und den USA nahmen daran teil, die hochkarätig besetzte Jury - Vorsitz Peter Weibel - wählte nun zwölf poetische, ironische und witzige Arbeiten aus.

Die Grazerin Sabina Hörtner beispielsweise stellt mit ihrer Installation „Leuchtendes Moos“ die Welt des Mystischen dar, der Vorarlberger Marbod Fritsch lässt den Rasen rotieren und im Klang-und Lichtpavillon des Dänen Volker Andresen werden Licht und natürliche Klänge aus dem Umfeld des Gartens zur Collage gemixt. Die in Wien lebende Brasilianerin Georgia Creimer macht mit ihrer Skulptur „mobiler Baum“ den Baum zum Alien unter seinesgleichen.

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