Bauwerk

Bahnhof Baden
Henke Schreieck Architekten - Baden bei Wien (A) - 2004
Bahnhof Baden, Foto: Margherita Spiluttini
Bahnhof Baden, Foto: Margherita Spiluttini
01. Dezember 2007 - ORTE

Der Bahndamm der Südbahn bildet ein wesentliches Strukturelement der Stadterweiterungsgebiete aus 200 Jahren. Die Hochlage erlaubt zahlreiche Durchstiche, so dass zwar Blickachsen, nicht jedoch Verkehrsbeziehungen unterbrochen sind. Zum Stadtkern lag der Bahnhof peripher und begründete ein eigenes Quartier. Mit dem Wandel der Rolle der Eisenbahn müssen heute viele Bahnhöfe wegen der stets in Eile befindlichen Pendler rational organisiert sein, besonders wenn sie als regionale Umsteigeknoten von Bahn zu Bus dienen. Aus ökonomischen Gründen werden Baumasse und stadträumliche Präsenzreduziert. Dennoch gilt es, den Verkehrsknoten als Ort städtebaulich zu fixieren. Als von weitem erkennbares Zeichen dient das Dach, das in Form zweier flacher Paneele über dem Bahndamm zu schweben scheint. Weit auskragend, beschirmt es die Eingänge, so dass keinerlei zusätzliche Vordächer die Wirkungdes primären Elements schwächen. Mit Beginn der Dämmerung wird seine Unterseite angestrahlt, womit der leuchtende Schirm seine Kraft wahrt. Der Damm ist stadtseitig mit einer Mauer befestigt und bildet somit eine Fassade. Die aus Naturstein gemauerten, eleganten Blendarkaden sind in Stationsnähefür das Bahnreisezentrum und kleine Geschäfte geöffnet. Dies trägt sowohldem städtebaulichen Element des Dammes, als auch dem historischen BestandRechnung. Alle Zusatzfunktionen finden im Volumen des Bahndammsihren Platz. Eine Ausweitung der alten Unterführung in Breite und Höhe verändertederen Charakter von einem Durchschlupf in eine Durchgangs- undAufenthaltshalle. Ein Lichthof mit Baum unterbricht den Längsraum, korrespondiert mit dem Treppenaufgang zum Bahnsteig und wertet die von der Stadt abgewandte Seite auf. Die kurz gehaltenen Erschließungswege werdenmiteiner Glasmembran vor Wind und Schlagregen geschützt. Sie folgt der Rechteckformdes Daches und hängt vor der sowohl statisch als auch gestalterischminimierten Fassadenkonstruktion. Schlanke Dachstützen, deren Querschnitte Dachgewicht und Windlasten aufnehmen müssen, protzen nicht mit ihrerLeistung. Visuell treten sie ebenso zurück wie die horizontalen Sprossen, derenliegende Rechteckquerschnitte in der Mitte von vertikalen Zugstäben gehalten werden, die erst beim zweiten Hinschauen auffallen. Walter Zschokke

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Für den Beitrag verantwortlich: ORTE architekturnetzwerk niederösterreich

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