Bauwerk

Vienna Twin Tower
Massimiliano Fuksas - Wien (A) - 2001
Vienna Twin Tower, Foto: Andreas Drexler
Vienna Twin Tower, Foto: Andreas Drexler
Vienna Twin Tower, Foto: Angelo Kaunat
Vienna Twin Tower
21. Mai 2001 - Az W

Ein neuer Stadtteil mit Hochhäusern an der südlichen Stadtgrenze verändert die Silhouette Wiens. Zwei rechteckige Türme teilweise verbunden mit Brückenkonstruktionen, erheben sich über einem trapezförmigen zweigeschossigem Sockel am südlichen Stadtrand Wiens auf dem Wienerberg. Sie definieren den Endpunkt der Südautobahn und bilden gleichzeitig aus der Stadt heraus gesehen die neue Stadtkante Wiens.

Die Türme unterscheiden sich in der Höhe als auch in der Breite und sind in einem Winkel von 59 Grad zueinander gestellt. Die Spannung, die sich aus der Stellung der beiden Objekte ergibt, erlebt der Autofahrer, indem sich beim Vorbeifahren die Hochhäuser ständig zueinander verschieben. Ein Turm verschwindet, ein zweiter taucht wieder auf, die Fuge zwischen beiden Türmen wird sichtbar, die Verschmelzung der Beiden zu einem Objekt. Es macht den Anschein, als lösen sich beide Baukörper über die Ecken durch die geschosshohe Verglasung auf und aus dem körperhaften Objekt wird eine Skelettstruktur mit einer transparenten Haut. Diese einzigartige Transparenz im Hochhausbau lässt die Türme zu kristallinen Körper werden, die den Blick auf ihre inneren Kerne freigibt.

Der zweigeschossige Sockel des Twin Tower besteht aus durchgehenden Lufträumen, die sich teilweise bis zum 2.Untergeschoß herunterziehen. Er spannt sich um die beiden Türme und über den an der Ostseite liegenden linearen Kinoblock. Seine Nutzung ist so vielfältig wie sein Raumgefüge. Er beinhaltet die Erschließung der Bürotürme über eine eigene Eingangshalle bis zur eigentlichen Lobby dem „fliegenden Teppich“ im 1.Obergeschoss, Gastronomiebereiche und das Kinofoyer. Trotz der getrennten Funktionsbereiche ist alles durchwoben von einem einzigen Raumgefüge, welches dem Benutzer Einblicke und Ausblicke auf alle Bereiche und eine ständige Orientierung ermöglicht. Durch große Oberlichte sind die darüber ragenden Türme vom Sockel immer erlebbar. Ebenso sind Durchblicke und Ausblicke ins Umfeld durch die umhüllende Fassade von allen Standpunkten im öffentlichen Bereich möglich.

Der monolithische Kinoblock mit den 10 Sälen reicht teilweise bis ins 4. Untergeschoss. Seine Oberkante ist das 1.Obergeschoss. So kann der Besucher über diesen Block fußläufig den Shopping Park erreichen und in weiterer Folge die Wienerbergstraße.

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at