Bauwerk

Haus K. in Tramin
Silvia Boday - Tramin (I) - 2006
Haus K. in Tramin, Foto: Lukas Schaller
Haus K. in Tramin, Foto: Lukas Schaller
Haus K. in Tramin, Foto: Lukas Schaller
12. Juni 2007 - newroom

Ein alter gemauerter Stadel aus dem Jahre 1908 mit kleinem Zubau direkt an der Weinstrasse in Tramin sollte zu einem Wohnhaus umgebaut werden. Die Bauvorschriften an der Weinstrasse fordern bestehende Höhen, Breiten und Abstände zu halten. Aber auch die überzeugende Form des Stadels, waren bindend für den Wiederaufbau der alten Substanz.

Der alte Stadel stand in diesem engen Spiel mit den Nachbarhäusern und dockte an das angrenzende Gebäude mit seinem Zubau an. Die erste Maßnahme war das neue Wohnhaus vom alten Gefüge zu trennen und den Zwischenbaukörper Richtung Weinberge zu drehen, um damit neuen offenen Lebensraum zu schaffen. Nun gibt es zwei Seiten wo das Wohnhaus einerseits gegen die Strasse und andererseits zum Elternhaus hin grenzt. Da nicht viel Raum zwischen diesen Häusern besteht und die Weinstrasse sehr stark befahren ist, sollen diese „harten Schalen“, welche sich schräg gegenüber stehen Zusammenhalt und Abgrenzung geben. Sie trennen den neuen Baukörper von angrenzenden Gebäuden und angrenzender Strasse – bieten aber auch die Möglichkeit sich ungestört in der offenen Mitte zu bewegen. Nach Innen zum Hof und zu den Weinbergen öffnet sich der Körper und das Gefühl des punkerartigen Gebildes ist von Innen eigentlich nicht mehr spürbar. Erschlossen wird das neue Gebäude von der Seite der Weinberge aus - diese neue „Ebene“ fast zur Gänze unter der Erde, schafft Platz für notwendige Räume ohne große Ansprüche. Die Strassenebene wird zur Schlafebene: zwei Kinderzimmer Richtung geschützten Hof, dem „vergrößerte offenen Spielzimmer“, das große Badezimmer das vom Elternzimmer trennt, welches nach hinten Richtung Weinreben gerichtet ist, um auch Ruhe unter Tags zu gewähren. Schließlich oben dann das Wohnen mit großer Wohnterrasse ausgerichtet Richtung Süd-Westen wo die Sonne den ganzen Tag über genossen werden kann.
Die „harten Schalen“ nach Aussen in Sichtbeton, die einzige mir dafür richtig erscheinende Materialisierung - nach Innen dann der offenen Leichtbau - diese zwei konträren Elemente zueinanander sind das neue Wohnhaus. Sie schaffen Platz und Raum die in ihrer Unterschiedlichkeit perfekt bespielt werden können und an diesen einzigarten Platz mit dem Nachteil von Strasse und Enge die absolute Freiheit und Abgrenzung bieten. (Text: Architektin)

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