Bauwerk

Haus V
Katja Nagy - Bad Fischau (A) - 2007
Haus V, Foto: Wolfgang Leeb
Haus V, Plan: Katja Nagy
06. April 2008 - Az W

Ein Haus am See – in diesem Bild finden sich die Wohntraumvorstellungen vieler verkörpert – seien See und Haus auch noch so klein. Dieses in seinen Dimensionen bescheidene Wohnhaus wurde an einem als Erholungsgebiet gewidmeten Schotterteich in Bad Fischau-Brunn errichtet, wobei das Haupthaus bauordnungsbedingt direkt in der Baufluchtlinie der privaten Zufahrtstraße steht, mit dem Nebengebäude jedoch näher an die Wasserkante rückt. Eine direkte Bebauung des Ufers war wegen des stark schwankenden Pegels des Grundwassersees nicht möglich, doch durch die Auflösung des Volumens in Haupt- und Nebengebäude gelang eine intensive Verschränkung von Wohnen, Gartenraum und Teich.
Die Kubatur des kompakten Häuschens für einen 2-Personenhaushalt (Keller: Stahlbetonwanne, EG und OG: Holzriegelkonstruktion/Dübelholzsystembau mit Weichfaserdämmung, Außenhaut: beige Faserzementplatten) spiegelt in gewisser Weise das baubehördliche Reglement, es hat zahlreiche Ausbuchtungen (Erker, Stiegenaufgang, Gaupe), um die Wohnnutzfläche auf legale Weise zu maximieren. Ein Satteldach war sowieso vorgeschrieben, die bebaubare Fläche auf dem 415 m2 großen Grundstück sehr klein, selbst für die Farbe des Daches gab es genaue Richtwerte (braun oder dunkelgrau).

Um das gegliederte Volumen, das sich all diesen Parametern und dem Raumkonzept ergab, als homogenes Ganzes zu fassen, hat sich die Architektin für ein einheitliches Material für Fassade und Dach entschieden und das äußere Strukturbild des Hauses weitgehend minimiert. Um auch auf Kellerniveau ins Freie treten und die Räume ausreichend natürlich belichten zu können, wurde ein Teil des Gartens abgesenkt. Diese Wanne bietet nicht nur die Intimität eines blickgeschützten Gartens, sondern ist auch wegen des starken Windes am Seeufer ein Labsal.

Zur räumlichen Differenzierung und maximalen Ausnutzung der Kubatur wurden die Bereiche mit unterschiedlichen Raumhöhen ausgebildet und miteinander verschränkt. „Das Esszimmer wurde erhöht realisiert“, erläutert Katja Nagy, „um vom Esstisch aus einen Blick auf den See zu haben, da man nicht direkt am See vorne bauen durfte. Dadurch konnte das darunter liegende Schlafzimmer mit einer Raumhöhe von 2,90 m realisiert werden.“ Andere Räume wie Bad, WC oder Eingangsbereich haben dafür nur eine Höhe von 2,10 m. Ein einheitlicher Bodenbelag (Industrieparkett) verstärkt die Verwobenheit der einzelnen Raumbereiche, die schlichte weiße Möblierung sorgt für zusätzliche Großzügigkeit.
Das seenahe Nebengebäude mit 23 m2 Nutzfläche fungiert als Ruheraum und Gästezimmer ebenso wie als Schuppen und ist mit einer Sauna und einem Minibad ausgestattet. Der Entspannungsraum wurde an beiden Seiten, Richtung See und Richtung Haus, vollflächig verglast, um von der Terrasse des Haupthauses ebenfalls noch den Durchblick auf die Wasserfläche zu gewähren. Die Sauna hat ein kleines Fenster zum See, und es ist eine nur eine weitere Annehmlichkeit dieses Wohnhauses am Wasser, dass man unmittelbar nach dem Saunagenuss ins kühle Nass springen kann. (Text: Gabriele Kaiser)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

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