Bauwerk

Robinsonschule VS 49
Schneider & Lengauer - Linz (A) - 2010
Robinsonschule VS 49, Foto: Kurt Hörbst
Robinsonschule VS 49, Foto: Kurt Hörbst

2008 beauftragte die Immobilien Linz GmbH & Co KEG Schneider & Lengauer Architekten mit der Sanierung und dem Umbau der erlebnispädagogischen „Robinsonschule“ aus den 1970er Jahren sowie mit dem Neubau eines Horts. Das Schulgebäude erstreckt sich entlang der Kaltenhauserstraße. Im rechten Winkel schließt am Ostende der Turnsaal und am Westende der Neubau des Horts an, wodurch ein abgegrenzter Freiraum als Spiel-, Sport- und Erlebnisbereich entsteht.

Über einen gepflasterten Vorplatz betritt man durch gläserne Windfänge die Volksschule und den Hort. Dank raumhoher Verglasungen präsentiert sich der Eingangsbereich samt Gardaroben als helle und freundliche Aufenthaltszone. Den Umbau des Schulgebäudes ergänzen die Neugestaltung des Treppenhauses, der Gänge, des Konferenz- und Direktionsbüros sowie der Einbau zeitgemäßer Sanitäranlagen. Der im Foyerbereich verlegte Kunststeinbelag setzt einen erdfarbenen Kontrast zu den Wandoberflächen und Möbeleinbauten in hellem Champagnerton. Das angenehm zurückhaltende Farbkonzept des gesamten Schulgebäudes soll die Konzentrationsfähigkeit der Kinder fördern und dem bisweilen sehr hektischen Schulbetrieb ein ruhiges Arbeits- und Lernumfeld entgegenstellen.

Nach der thermischen Sanierung von Schule und Turnsaal erfüllen beide Gebäude die Standards eines Niedrigstenergiehauses. Den optischen Gesamteindruck der Vollwärmeschutzfassade prägt das umlaufende Fensterband, strukturiert durch den Wechsel von voll verglasten und Drehkipp-Elementen. Das Farb- und Materialkonzept der Fassade setzt die im Gebäudeinneren herrschende Dominanz warmer und heller Töne mit einem feinkörnigen, sandfarbenen Verputz fort. Davon heben sich die Portalkonstruktionen und Fassadenverkleidungen in bronzefarbenem Alu sanft ab.

Das neu errichtete Gebäude gibt fünf Hortgruppen Raum und gewährleistet die Betreuung der Kinder in der unterrichtsfreien Zeit. Das Kellergeschoß mit Haustechnik und Lagerräumen, der Foyerbereich mit Sanitärbereichen und das Treppenhaus sind als Stahlbetonbau ausgeführt, während sich die Gänge und die Gruppenräume als konstruktiver Holzbau präsentieren. Die Gebäudehülle bildet eine 30 cm starke zellulosegedämmte Holzriegelkonstruktion, verkleidet mit einer in sanften Bronzetönen schimmernden, hinterlüfteten Alucobondfassade.

Tannenholz ist das dominierende optische Element im Inneren des quaderförmigen Baus. Über den Köpfen der Schüler schwebt eine Massivholztramdecke mit einer Tramhöhe von 46 cm und einer Trambreite von 18 cm. Decke und Holzwände sind sanft mit Weißöl lasiert, was in den Gruppenräumen für eine leichte helle Atmosphäre sorgt, ohne die Maserung des Holzes zu übertünchen. Einen sanften Kontrast zum hellen Holz bildet das grün-braune Terrazzo-Farbenspiel des Kunststeinbodens im Foyer und im Treppenhaus.

Großformatige Verglasungen und vorgelagerte Terrassen öffnen die Gruppenräume zur Außenwelt. Im Inneren sorgen raumhohe Glasschiebetüren je nach Bedarf für die Abtrennung von Lern- und Spielbereich. Die gangseitigen Wände der Gruppenräume sind aus holzfarben lasiertem Stahlbeton. Er bietet jene Speichermasse, mit deren Hilfe der Hortneubau seinen energetischen Passivhausstandard erreicht.

Der neu gegliederte Freibereich wartet nun mit einem Hartplatz für Ballspiele auf. Parallel dazu gewährleistet ein Rosenhügel zusätzliche Abgrenzung und erleichtert mittels installierter Tribünen die Abwicklung von Schulfesten. An Hartplatz und Rosenhügel schließt die von Tobias Hagleitner und Gunar Wilhelm gestaltete „Luftigschule“ (siehe gesonderten Eintrag), ein begehbares Kunst-am-Bau-Objekt an. (Text: Martin Lengauer / die jungs kommunikation)

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