Bauwerk

Schmuck Mölk
Rainer Köberl - Innsbruck (A) - 2010
Schmuck Mölk, Foto: Lukas Schaller
Schmuck Mölk, Foto: Lukas Schaller
Ich erinnere mich an meine Kindheit. Ein etwas verregneter Spätnachmittag im Spätherbst, schon dämmrig. Mit meiner Großmutter durch den Sparkassendurchgang, gingen wir zurück zu den Auslagen des „Hammerle” (oder „Hämmerle”), dem Spielwarengeschäft am Sparkassenplatz. Das Knirschen des Kiesbodens dort hinten, die großen Bäume von denen es heruntertropfte und im Gegensatz dazu die bunte Welt der Spielsachen, Matchboxautos in vielen Farben – „warm“ – Lichter und auch Holz.

Viel später dann, da gab’s die merkwürdigen „Sparkassenbauten”, dort ein Gemüsegeschäft, Lackners „Panini-Pavillon” im Eck, das Plattengeschäft und drüben das „Schmuckgeschäft” Kölblinger. An viel mehr kann ich mich nicht erinnern. Hinüber zum Schmuckgeschäft, bin ich immer wieder gegangen – nur schauen. Es war schöner Schmuck. Die „Kölblingers” eine Juweliersfamilie, Hans Kölblinger auch ein guter Bildhauer. Sonst sah man in der Innenstadt, keine Juweliersarbeit die diese besondere Ausstrahlung hatte. Wie heute auch – es gibt durchaus einige gute Juweliere, aber eher versteckt – dort in der Altstadt, oder drüben am Adolf Pichler Platz.

Der Sparkassenplatz hat aufgelebt, die kleinen Geschäfte, vor dem großen neuen Kaufhaus wollte man behalten, diesen Flair eines Platzes durch kleine, gute „Spezialisten” ergänzen, statt durch Großketten des Kaufhauses bestimmen zu lassen. Sicher eine weise Entscheidung. Nun bekommt man dort gute Bücher, besondere Papierware, gutes Obst und Gemüse, hat den besten Musikladen der Stadt, den besten Tee, einen Friseur der geschätzt wird, kleine Gastronomie, die wohl irgendwann durch eine größere Gastronomie im jetzt dahin dümpelnden Lodengeschäft ergänzt wird und viele Kleidergeschäfte, fast schon zu viele, wenn man an die ganzen Kleiderwelten im Kaufhaus Tyrol denkt.

Hier jetzt, am Sparkassenplatz, am Eingang zum Kaufhaus wieder ein Schmuckgeschäft zu platzieren, wieder, weil es ja so was schon einmal gegeben hat, wäre eine wunderschöne Idee. Zwei junge Frauen machen und verkaufen ihn dort, an diesem besonderen Platz – am Eingang ins Kaufhaus, neben dem Eingang ins neue Sparkassenbürohaus und sinnvoll neben dem Friseur – in einem „warmen“ Eck, fast wie in einer Schmuckschatulle aus Holz. Die Organisation des Grundrisses in seiner Höhendifferenzierung, sowie die Materialisierung der inneren Gestalt versucht das Nebeneinander und Ineinander von Werkstatt und Verkauf stimmig zu lösen. (Text: Architekt)

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

Ansprechpartner:in für diese Seite: Claudia Wedekindclaudia.wedekind[at]aut.cc

Akteure

Architektur

Bauherrschaft
Michaela Mölk
Teresa Mölk

Fotografie