Bauwerk

Blumenhalle St. Veit / Glan
frediani+gasser architettura - St. Veit an der Glan (A) - 2009
Blumenhalle St. Veit / Glan, Foto: Ferdinand Neumüller
Blumenhalle St. Veit / Glan, Foto: Ferdinand Neumüller
Blumenhalle St. Veit / Glan, Foto: Ferdinand Neumüller
10. August 2012 - Architektur Haus Kärnten

Der Kubus
Die Halle wird als fast einfacher Kubus wahrgenommen, der sich beim Betreten in seiner Vielseitigkeit erschließt. Die baulichen Öffnungen und Eingänge im Sockelbereich schaffen die Verbindung mit dem Vorplatz. Darüber verdichtet sich die Gestaltung in der klaren, glatten Geometrie der Fassadenflächen.
Das Licht
Die Formel Dicht + Licht = Raum ist roter Faden und Gesamtkonzept zugleich. Das Licht perforiert Foyer, Außenwand und Deckenflächen. Schwer kontrastiert mit Leicht und schafft einen architektonischen Raum. Lichtkuppeln im Foyer werden zu offenen Augen in die Außenwelt. Dieses Spiel mit Hell und Dunkel, Licht und Schatten schafft einen Spannungsbogen, der Besucher aus der hellen Außenwelt über den Halbschatten des Foyers in das theatrale Dunkel des Saales leitet.
Die Farbe
Rot mit blauen Dissonanzen schafft abstrakte Farbvariationen und bricht das optische Gewicht der Halle in hundert farbige Splitter, löst die Oberflächen in schmale Streifen auf und setzt diese auf lebhafte Art und Weise wieder zusammen. Die Verschiebung der Streifen wird dabei in ihrer Dynamik der Vielfältigkeit der Halle gerecht und lenkt schon von weitem die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sie. Die Grautöne und das Weiß des Foyers schaffen wieder die nötige Ruhe und Beruhigung.
Die Intimität
Trotz der Größe kann der Saal auch die nötige Intimität vermitteln, die manche Veranstaltungen erfordern. Graue Betonwände, helle Bestuhlung und Holzverkleidungen schaffen den Rahmen für alle Nutzungen. Decken-Paneele bilden – wie Origami aus Papier – gleichsam Wellen auf dem Himmel ab und vermitteln so die nötige Leichtigkeit für eine Atmosphäre der Begegnung und des Zusammenseins.
Die Offenheit
Die Geschlossenheit des Saales lässt sich durch breite Türflächen aufheben. Raum und Geschehen können sich so in die Umgebung ausdehnen und diese in den Saal holen und schaffen eine ähnliche Durchbrechung wie bei der Fassadenfront und im Foyerbereich.
Die Akustik
Karl Bernd Quiring, einer der renommiertesten Akustiker Österreichs, ermöglichte den Verzicht auf übliche schallschluckende, fragmentierte Wandelemente. Nach oben schräge Wände verhindern direkte parallele Schallreflexion von Wand zu Wand und leiten den Schall zu den absorbierenden Decken-Paneelen. Ein Wandbild verdeckt die nötigen Elemente zur Absorption der Bassfrequenzen.
Die Urbanität
Die Blumenhalle ist ein flexibler Raum mit Magnetismus. Der rote Kubus durchbricht die graue Umgebung der Peripherie und bildet eine Querachse zur Bundesstraße. Besucher werden zur Halle und ihrem Vorplatz geleitet, der zum Verweilen einlädt und die Verbindung zum Foyer schafft. So bilden Platz und Kubus gemeinsam eine zeitgemäße Infrastruktur.
Landschaft
Das Foyer öffnet sich den Blicken in Richtung Altstadt und umgebende Landschaft. Der Raum wird somit zur gedachten Weiterführung des Vorplatzes. (Text: Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architektur Haus Kärnten

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Anja Maria Nussbaumeranja_maria_nussbaumer[at]hotmail.com