Bauwerk

Urnengräber Friedhof Hötting
Renate Benedikter-Fuchs - Innsbruck (A) - 2014
Urnengräber Friedhof Hötting, Foto: Laurin Naschberger
Urnengräber Friedhof Hötting, Foto: Laurin Naschberger

Erweiterung Urnengräber Friedhof Hötting

14. Oktober 2015 - aut. architektur und tirol

Der Friedhof Hötting grenzt im Norden an die erhöht liegende, mehrteilige Baumasse des Wohnheims Hötting, dazwischen verläuft auf Höhe der Mauerkrone der Friedhofsmauer ein Fußweg in einem Grünstreifen mit Baumbepflanzung. Die an dieser stadträumlich wichtigen Schnittstelle liegende, bisherige Stützmauer wies statische Mängel auf und musste saniert werden. Damit bot sich aber auch die Möglichkeit, auf den stetig steigenden Bedarf an Urnengräbern zu reagieren und in den Mauerneubau Urnennischen zu integrieren. Für die Gestaltung der Friedhofserweiterung wurde von der IIG ein geladener Wettbewerb ausgeschrieben, den Renate Benedikter-Fuchs mit ihrem Vorschlag gewinnen konnte.

Als Inspiration für ihren Entwurf eines Kolumbariums in einer Stützwand dienten die unregelmäßig angeordneten Felsgräber, wie sie etwa in Steilhängen in der Türkei anzutreffen sind. Vor die erforderliche Stützmauer aus Stahlbeton ist eine 50 cm starke Stampflehmwand mit den entsprechenden Ausnehmungen für die Urnennischen gesetzt. Die Nischen variieren in ihrer Breite und sind unregelmäßig entlang der Mauer angeordnet, woraus sich zusammen mit der Struktur der Lehmmauer selbst ein sehr lebendiges Erscheinungsbild ergibt. Die Urnennischen, ihre Abdeckung und das Ablagebord sind in brüniertem Messing ausgeführt, ebenso die die Lehmwand und die von dieser als verlorene Schalung genutzte Stützmauer abschließende Platte und das entlang der Mauerkrone geführte Geländer. Durch die platzsparende Lösung der nicht in der Tiefe, sondern in der Breite variierenden Urnennischen, konnte für die Baumbepflanzung und den Grünstreifen hin zum Altersheim 30 cm mehr Raum gewonnen werden.

Gegliedert wird die insgesamt ca. 75 m lange Friedhofsmauer durch eine bis zur Stützmauer zurückreichende, mit einem Brunnen und einer Sitzmöglichkeit ausgestalteten Nische, in der auch das bestehende Kreuz und der Gedenkstein einen neuen Platz fanden. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

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