Bauwerk

Bonsai Sushi Bar
Rainer Köberl - Innsbruck (A) - 2014
Bonsai Sushi Bar, Foto: Lukas Schaller
Bonsai Sushi Bar, Foto: Lukas Schaller
Bonsai Sushi Bar, Foto: Lukas Schaller
Bonsai Sushi Bar, Foto: Lukas Schaller
23. Dezember 2015 - aut. architektur und tirol

Devta Ghamal führte zusammen mit seinem Bruder Dil Ghamal das „Sensei“ (seit 2007) und das „Meer – Sensei“ (seit 2010; im Untergeschoss des Kaufhaus Tyrol), zwei auf Sushi und Fisch spezialisierte Lokale in der Innsbrucker Innenstadt, die beide von Rainer Köberl entworfen wurden (s. eigene Einträge). Im Spätsommer 2014 entschied Devta Ghamal, sich selbständig zu machen und mietete die Räumlichkeiten einer ehemaligen italienischen Eisdiele am Burggraben.

Seit dem Umbau dieses, am Rand der Innsbrucker Altstadt gelegenen Hauses in den 1980er Jahren, strahlte die ins erste Obergeschoß geöffnete Erdgeschoßzone eine gewisse Kälte aus, einerseits aufgrund der Nutzung – zuerst als Lokal der Restaurantkette „Nordsee“ und später als Eisdiele –, andererseits auf Grund der Nirostaprofile der Verglasung, dem etwas unklaren Grundriss, der recht lieblosen Innengestaltung und der großflächig abgehängten, mit „Spots“ durchlöcherten Rigipsdecken. Strukturell ein Fremdkörper im alten Haus, verfügt der „ausgehöhlte“ zweigeschoßige Raum durchaus über eine allgemeine, wenn auch keine besondere Qualität, öffnet sich großzügig auf eine Platzzone und zur stark frequentierten Museumsstraße. Die hohe Ablöse für dieses, in seiner Art in der Kernzone von Innsbruck durchaus einmalige Lokal nahm Devta Ghamal in Kauf, womit allerdings kaum finanzielle Mittel für die Umgestaltung des Lokals übrig blieben.

Unter diesen Voraussetzungen mussten sowohl der graue, großformatige Fliesenboden, als auch alle Rigipsdecken erhalten werden. Aus dieser pragmatischen Entscheidung entwickelte sich der wichtigste Entwurfsansatz: alle Oberflächen wurden – nach Verschluss der unzähligen „Spotöffnungen“ – in einem Grau ähnlich dem Boden gestrichen, die Küchen- und Barmöbel in Edelstahl ausgeführt und eine überbreite Bar-Arbeitsplatte in dunklem Holz auf die technischen Korpusse gelegt. Die notwendige, in Schwarz ausgeführte Verfliesung hinter der Kochstelle, zieht sich an einer Wand hinaus in den Gastbereich, um diesen, ebenso wie durch die Metallmöbel, unkompliziert mit der offenen Küche zu verbinden. Mit einfachen, leicht gelblich leuchtenden Stehlampen und bequemen, mit orangem bzw. türkisem floralen Stoff gepolsterten Stühlen wird Wohnlichkeit und Wärme in die zurückhaltend graue Raumplastik gebracht, in der Kochen und Essen recht uninszeniert miteinander verbunden sind.

Mit dem wenige Häuser weiter liegenden , ebenfalls von Rainer Köberl vor kurzem umgebauten „Il Convento“ bereichert das „Bonsai“ den Franziskanerplatz um qualitätsvolle, gastronomisch genutzte Innenräume. (Text: Architekt, red. bearbeitet)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

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