Bauwerk

Rauti-Huus
Spillmann Echsle Architekten - Zürich (CH) - 2015
Rauti-Huus, Foto: Roger Frei
Rauti-Huus, Foto: Roger Frei

Aufstockung eines viergeschossigen Betonskelettindustriebaus

10. Oktober 2017 - newroom

Das Haus, 1947 entworfen von Rudolf Kuhn, bildet zusammen mit der Albisriederstrasse 226 ein bauliches Ensemble, das in seinem konsistenten und urbanen Erscheinungsbild, feinen Fassadenmodulierungen, den Rhythmisierungen der Treppentürme, grossen und hellen Eingangsbereichen ein Repräsentant der Industriearchitektur der späten 40er Jahre darstellt. Auf- und Anbauten der 60er Jahre wurden entfernt und der viergeschossige Betonskelettindustriebau durch einen auf die Grundstruktur verweisenden Holzelementbau aufgestockt. Der neu als sechsgeschossiger Bau in Erscheinung tretende Industriezeuge wird über die ersten drei Geschosse als Labor- und Bürobau und ab dem vierten Obergeschoss als reiner Wohnbau genutzt.

Obwohl die Struktur der Aufstockung auf den ersten Blick einfach und klar erscheint, sind die einzelnen Lofts, determiniert durch nötige lärmabgewandte Innen- und Aussenräume, komplex ineinander verschachtelt. Die 17 Wohneinheiten unterteilen sich in zwei unterschiedliche Grundtypen. Sie weisen allesamt eine räumliche Grosszügigkeit auf. Wohn- oder Schlafräume finden in vorgelagerten Aussenterrassen ihre Fortsetzung. Die Vertikalstapelung erzeugt die Weite eines kleinen Stadt- Hauses. Sämtliche Einheiten sind im 4. Obergeschoss über einen einzigen inneren Korridor erschlossen. Der räumlich gefasste innere Treppenlauf führt je nach Loft- Typ ein Geschoss hinunter, in die umgenutzte Gebäudestruktur des 3., oder hoch in das aufgestapelte 5. Obergeschoss. Der Ausdruck der Fassade ist hoch städtisch und Abbild der inneren Organisation und Nutzweise. Die gewählte Verkleidung der hölzernen Aufstockung durch detailarme Faserzementgusselemente ist langlebig und schlägt den Bogen zurück zum massiven Grundbau.

Die offene Industriestruktur des Bestandesbau ist durch seine Abmessungen und Belichtungen flexibel nutzbar. Die materialtechnisch hochwertige Aufstockung erlaubt durch ihre Struktur und innere Organisation eine Wohnnutzung, die an dieser Stelle im Normalfall nicht möglich ist. Die Wohnungsgrössen sind angemessen und erlauben diverse Wohnformen. Der Erhalt und Fortbestand des Industriezeugen aus den 40er Jahren auf dem kleinen städtischen Grundstück ist per se ökologisch. Die Aufstockung in Holz im Minergiestandard mit unterhaltsarmer vorgehängter Fassade entspricht dem heutigen Stand der Technik. Die Bauweise im Schichtenriss getrennt ist zugänglich und erweiterbar. (Text: ArchitektInnen)

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