Bauwerk

Wohn- und Pflegeheim Natters/Mutters/Götzens
Raimund Rainer - Natters (A) - 2018
Wohn- und Pflegeheim Natters/Mutters/Götzens, Foto: Simon Rainer
Wohn- und Pflegeheim Natters/Mutters/Götzens, Foto: Simon Rainer
Im Zentrum der Gemeinde Natters sollte mit einem Wohn- und Pflegeheim für die Bewohner:innen der umliegenden Gemeinden Natters, Mutters und Götzens, einer Tagesbetreuungseinrichtung für pflegebedürftige Menschen, einer Arztpraxis und Wohneinheiten für „Betreutes Wohnen“ ein Zentrum im Gesundheits- und Sozialbereich geschaffen werden. Raimund Rainer, der mit seinem Projekt den geladenen, einstufigen Realisierungswettbewerb gewinnen konnte, teilt die Funktionen auf zwei eigenständige Baukörper auf, die über eine gedeckte Brücke miteinander verbunden sind.

Im Südosten des Areals platziert er einen kleinen, kubischen Baukörper, in dem auf vier Ebenen insgesamt 14 2-Zimmerwohnungen für „Betreutes Wohnen“ Platz fanden. Alle anderen Nutzungen sind im wesentlich größeren, in den Obergeschoßen von einer Lärchenholzfassade umhüllten Volumen untergebracht. Sämtliche öffentliche Funktionen befinden sich im Erdgeschoß: eine unabhängig vom Seniorenheim zugängliche, jedoch intern angebundene Artzpraxis, die Räumlichkeiten für die Tagesbetreuung sowie das Heimcafé mit einer großen, teilweise überdachten Terrasse nach Westen und Süden. Die beiden Pflegegeschoße sind rund um einen lichtspendenden Innenhof organisiert. Im Süden liegt jeweils der Wohn-Essbereich der Station, dem eine eigene Terrasse zugeordnet ist, kleinere Sitznischen bieten Ausblicke zum Vorplatz im Westen, in den Norden sowie in den Therapiegarten im Osten. Im Untergeschoß, das geländebedingt ostseitig zur Gänze über Niveau liegt, befinden sich die Nebenräume mit eigenem Zugang und Anlieferung sowie eine Tiefgarage, welche ohne Rampe niveaugleich von Norden angefahren werden kann.

Durch die Aufteilung auf zwei Baukörper konnten zum einen ortsverträgliche Baumassen realisiert werden, zum anderen Außenräume mit ganz unterschiedlichen Qualitäten geschaffen werden. Das Wohnheim definiert gemeinsam mit dem als Gemeindehaus genutzten Ansitz Waidburg, dem benachbartem Schützenheim mit Musikpavillon sowie einem Bestandsbau im Norden einen zum Ort hin orientierten, zum Teil begrünten Dorfplatz. Im Süden der beiden Neubauten entsteht ein öffentlicher Garten, zwischen Wohnheim und Wohngebäude ein wesentlich intimerer Therapiegarten. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

Ansprechpartner:in für diese Seite: Claudia Wedekindclaudia.wedekind[at]aut.cc

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