Bauwerk

Baumhaus
Georg Bechter - Vorarlberg - 2020
Baumhaus, Foto: Jessica Alice Hath
Baumhaus, Foto: Jessica Alice Hath
12. Januar 2023 - vai
Der Bauherr lebt naturnah entlegen am Sulzberg, wo er auch einen Reitstall betreibt. Sein Leben lang träumte er von einem Baumhaus zum Wohnen. Es steht in Verlängerung des Reitstalls am Waldrand. Seine gebeizte Schindelfassade wirkt wie ein Tarnanzug. Zum kompakten Volumen gebündelt, erhebt es sich auf einem Stützenwald aus verrostetem Stahl hoch über das steil abfallende Gelände. Auch der Stahl nimmt die Farbe der umgebenden Natur an. Ein komplexes, verschachteltes Raumkonzept führte zum einfachen, kompakten Baukörper, der von schönen Details nobilitiert wird. Im Baumhaus kann man die Natur genießen und die Seele baumeln lassen.

Eine Zugangsrampe mit Blick auf den Reitplatz führt auf das Eingangspodest, man betritt den Holzquader von unten über eine schmale, steile Treppe. Die innere Erschließung schlängelt sich auf kleinstem Raum zentral über die Wohnbereiche, die als Split-Levels organisiert sind. Sie öffnen sich gezielt zum Wald. Das Bad befindet sich auf der Eingangsebene, in der Erlebnisdusche vor Glas ist man der Natur ganz nah. Die „Schlafkoje“ auf der zweiten Ebene bietet einen gemütlichen Rückzugsort. Der Hauptraum mit Koch- und Essbereich liegen auf Ebene drei. Hier lenkt eine klar definierte Fensteröffnung den Blick in die offene Landschaft. Die anderen Fensteröffnungen sind so gewählt, dass Wald und Gebäudeinneres fast ineinander übergehen. Ebene drei und Ebene vier, die einen weiteren Schlafplatz bietet, schließen eine großen, offenen Raum ein. Eine steile Leiter führt vom Essbereich auf die Dachterrasse. Sie eröffnet ein 360 Grad Panorama auf die Hügellandschaft der Voralpen.

Die handwerkliche Umsetzung ist besonders. Sie wurde zum größten Teil als Gemeinschaftsprojekt des Bauherrn, der Tischler ist und seinem Sohn, einem Schlosser von Beruf ist, ausgeführt. Das Baumhaus ist aus Holz und Stahl/Metall konstruiert. Die Stelzen wurden aus Stahl gefertigt und geschweißt. Eine der Stützen dient als Leitungsführung für Elektro und Frischwasser. Ausgehend von einem Grundraster, wurde in einem zweiten Schritt eine willkürliche Anordnung im Modell getestet. Dadurch kommt das Erscheinungsbild einem Stützenwald nahe. Der Kubus ist gänzlich aus KLH gefertigt, das Innere mit Rüster verkleidet. (Isabella Marboe, nach einem Text der Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

Ansprechpartner:in für diese Seite: Verena Konradvk[at]v-a-i.at

Akteure

Architektur

Bauherrschaft
Bernhard Baldauf

Tragwerksplanung

Fotografie