Bauwerk

Bürger:innenservice Bregenz
HEIN architekten zt - Bregenz (A) - 2022
Bürger:innenservice Bregenz, Foto: David Schreyer
Bürger:innenservice Bregenz, Foto: David Schreyer
9. Juni 2023 - vai
Das heutige Rathaus der Stadt Bregenz wurde im Jahr 1686 als Lagerhaus errichtet und seither oftmals umgebaut. Im Zuge der Renovierung 2021 beschloss die Stadt, bis dato brach liegende Flächen im Erdgeschoß als Büros für die Abteilungen Stadtbus, Bürger:inneninformation, Meldeamt, sowie Sozial- und Wohnungsamt zu nutzen. In Absprache mit dem Bundesdenkmalamt wurden diverse Wandeinbauten entfernt. So entstand ein großer, zusammenhängender Raum, der die imposanten Gewölbe mit ihren ausladenden Stützen in vormals ungeahnter Weise eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Ziel der architektonischen Gestaltung war es, den Raum in seinem beeindruckenden Volumen wirken zu lassen und die unterschiedlichen Teilbereiche klar funktional zu trennen, um Anforderungen wie beispielsweise ausreichend Diskretion zu gewährleisten. Ein einheitliches Fußbodenniveau schafft durchgehende Barrierefreiheit. Die Gesamtfläche ist in Längsbereiche gegliedert, deren Privatheit sich ausgehend von der Fassade an der Rathausstraße zunehmend erhöht: Erschließung / Warten – Kund:innenverkehr am Tresen – Arbeitsbereich Mitarbeiter:innen – Erschließung intern – Bürozone/Ruhebereiche. Die Funktionsteilungen erfolgten normal dazu.

Die Materialisierung des Steinbodens (Pietra Piasentina) ist an das bestehende Rathaus und dessen Umbau durch Architekt Hans Purin im Jahr 1991, angeglichen. Wände, Gewölbe und Decken wurden instandgesetzt und mit weißer Mineralfarbe ausgemalt. Alle funktionalen Einbauten sind in Nussfurnier belegt und von einer Tischlerei gefertigt. Die Einrichtung wurde in enger Zusammenarbeit mit den Nutzer:innen entwickelt, so dass deren Anforderungen optimal gelöst werden konnten. Eine dezente Anordnung von verdeckten Absorptionsflächen und eine Mikrolochung der furnierten Platten schaffen das notwendige Maß an Absorptionsflächen. Die Beleuchtung erfolgt direkt-indirekt über ein – adäquat zum Theken-Tisch-Möbel – auf die ganze Länge des Raumes durchlaufendes Lichtband. Leuchtlinsen akzentuieren die Gewölbe punktuell.

Die Wartebänke und die im Stehen nutzbaren Infoterminals in der Erschließungszone referenzieren an Hans Purin, um seine damalige Arbeit in die heutige Zeit zu transformieren und weiterzuführen. Durch den Umbau und die Neustrukturierung der Räumlichkeiten, hat das Erdgeschoß mit seinen Bürger:innenfunktionen die angemessene Präsenz und Wahrnehmbarkeit an der Rathausstraße bekommen. (Text: Architekt, bearbeitet)

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Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

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