Bauwerk

Hotel Anton
Wolfgang Pöschl, Dieter Comploj - St. Anton am Arlberg (A) - 2000
Hotel Anton, Foto: Paul Ott
Hotel Anton, Foto: Paul Ott
Hotel Anton
Hotel Anton, Foto: Paul Ott

Hotel Anton

14. September 2003 - Az W

Der von der Besitzerfamilie betriebene ehemalige kleine Gasthof musste als Folge der Verlegung der Bahntrasse, die sich aus dem doppelspurigen Ausbau des Arlbergtunnels ergab, abgetragen werden. Im Gegenzug wurde auf dem Gelände des alten Bahnhofs, das durch diese Massnahme zu einer grossen, zentral gelegenen Freifläche wurde, ein Hotelneubau errichtet.
Der Bauplatz liegt sehr prominent zwischen der Galzigbahn-Talstation und jenem Bereich, wo das ehemalige Bahnareal auf die Hauptstrasse des Ortskerns trifft. Zwischen der Ost- und der Westseite des Grunstücks besteht, topographisch bedingt, ein Höhenunterschied, der einen ebenerdigen Zugang auf zwei verschiedenen Niveaus ermöglicht.
Gefordert war von der Bauherschaft ein überschaubarer, familiärer Betrieb, der je nach Erfordernis, das heißt abhängig von der jeweiligen Jahreszeit und Auslastung, verschiedene Hotelfunktionen zu erfüllen hat. Und andererseits auch andere Dienstleistungsbetriebe wie Geschäfte, eine Ordination, eine Après-Ski-Bar, ein Cafe, i.e beinhaltet.
Die Lage entsprechend sind die beiden zu ebener Erde liegenden Geschoße offen und transparent ausgebildet. Das übliche Bild des gläsernen Geschäftsgeschoßes wurde allerdings geschickt durch im Industriebau übliche Garagentore und Profilglasflächen mit vertikalen Holzlamellen vermieden.
In den beiden Obergeschossen, die einzig ihrer geschindelten Holzfassade wegen entfernt an vermeindlich tradtionelle Bauten erinnern, sind die Gästezimmer untergebracht. Auffallend ist die Helligkeit, die sich aus dem „Bettfenster“, einer Liege in einem vollflächig verglasten über die Gebäudeflucht vorspringenden Raumteil, ergibt.
Beeindruckend auch die Grundrissökonomie, die eine grosse Nutzungsflexibilität der Gästezimmer möglich macht. Elf Doppelbettzimmer bilden die Grundelemente für Kombinationsmöglichkeiten zu 4-, 6- oder 8-Bett-Einheiten. Die Verbindung zwischen den einzelnen Zimmern erfolgt über Schrankräume und dazwischenliegende Küchen. Als Doppelbettzimmer genutzt, verschwinden die Küchentüren hinter schwenkbaren Spiegeln. Bei Zusammenlegung und Nutzung als Appartements kommt den Eckzimmern und den Mittelzimmern eine Wohnraumfunktion zu, weshalb bei diesen Räumen die Betten zusätzlich durch Schiebewände abtrennbar sind.
Eine sehr gut gelungene Mischung aus Hotellerie, Dienstleistung und „Wohnen im Urlaub“.

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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