Kerzengeschäft Retti, Foto: Franz Hubmann
Kerzengeschäft Retti, Foto: Franz Hubmann
Kerzengeschäft Retti

Kerzengeschäft Retti

Hollein hatte im Zuge der Technik-Euphorie mit dem Kerzengeschäft Retti nicht nur eine neue, an den Geräten der Raumfahrt orientierte Ästhetik entwickelt, er stellte mit der Gestaltung des Geschäfts und vor allem des Portals die Rituale und Konventionen des Kaufens und Verkaufens auf den Kopf.
Während in dieser Zeit sich bereits jedes Erdgeschoss einer Kleinstadt in Glas auflöste und die Kaufhäuser alle möglichen Tricks erfanden, um die Schwellenbereich zum Verschwinden zu bringen, hat Hollein ein verschlossen wirkendes Alluminiumportal geschaffen: einen Eingang mit zwei Vitrinen in Augenhöhe, die in jeder Gehrichtung einen Hinweis auf das Innere erlauben.
Der schmale Eingang erweitert sich über der Tür zu einer liegenden, beidseitig abgerundeten Öffnung, so daß mit Distanz wahrnehmbar ein Zeichen entstand, das die Assoziation zum Gegenstand Kerze mit Lichtschein ebenso erlaubt wie zum Schlüsselloch. Die geringe Raumgröße des Schauraums wird durch Unterteilung und Spiegelung visuell vergrößert. Der Besucher betritt einen oktogonalen Schauraum, der in der Querachse durch wechselseitige Spiegelung ins Unendliche erweitert wird. Räumlich an den Schauraum anschließend folgt das Verkaufslager.

Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien, 14.09.2003

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirth, Gabriele Kaiser

Akteure   Akteure
Architektur
Hans Hollein

Bauherrschaft
Marius Retti