Bauwerk

HTL für Gesundheitstechnik
Poppe*Prehal - Mistelbach (A) - 2006
HTL für Gesundheitstechnik, Foto: Andreas Buchberger
HTL für Gesundheitstechnik, Foto: Andreas Buchberger

HTL für Gesundheitstechnik

30. März 2008 - Az W

Die latente Vorbildfunktion eines Schulbaus – umso mehr, als es sich hier um eine Schule für Gesundheitstechnik handelt - legte es nahe, Energieeffizienz und Bauökologie als grundlegende Faktoren des Planungsprozesses sensibel zu behandeln. In gestalterischer Hinsicht strebten die Architekten „formale Signifikanz mit vornehmer Zurückhaltung“ an, durch die Konzentration auf wesentliche Charakteristika des Räume-Öffnens und -Schließens und durch die Reduktion auf wenige Materialien wie Holz und Glas sollte sich die Schule innerhalb eines heterogen bebauten städtebaulichen Umfelds behaupten bzw. dieses strukturell neu fassen. Ziel des Entwurfs war es, „ein ökologisch orientiertes Gebäude zu errichten, das sowohl architektonische als auch technische Innovationen des Bauwesens beinhaltet – als Spiegelbild der Ausbildung in der Gesundheitstechnik“.

Der neue zweigeschossige Schulbau (Holzelementbauweise auf massiver Stahlbetonbodenplatte, Stahlbetonstiegenhauskern und Liftkern als aussteifende Elemente) fungiert als Bindeglied zwischen innerem Campus und angrenzender Infrastruktur. Richtung Waisenhausstraße setzt die neue Kubatur ein sichtbares Zeichen. Der Eingangsbereich an der Nordwestseite ist durch eine weite Auskragung des Obergeschosses akzentuiert, das an beiden Zugangsseiten großflächig verglaste Foyer gewährt Einblick und darf als Signal einer schulischen Offenheit gewertet werden. Eine freistehende, von oben belichtete Treppe verbindet das Foyer mit den Klassen und Lehrerräumen im Obergeschoss. Eine differenzierte Tageslichtführung in allen Erschließungszonen wertet diese atmosphärisch auf und lässt kleinere und größere Kommunikationsinseln bzw. Rückzugsbereiche entstehen. Auch die Proportionen der Fensterflächen sind in Bezug auf ihre Sommer- und Wintertauglichkeit (Lichteinfall, Beschattung) optimiert. Ein Schulbau mit exemplarischem Charakter: Preise ließen nicht lange auf sich warten. (Text: Gabriele Kaiser)

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at