Bauwerk

O3 – Olympisches Dorf 2012
reitter_architekten, Eck & Reiter, DIN A4 Architektur - Innsbruck (A) - 2011
O3 – Olympisches Dorf 2012, Foto: Sto AG
O3 – Olympisches Dorf 2012, Foto: Sto AG

03 – Olympisches Dorf 2012

Nach den olympischen Spielen von 1964 und 1976 war Innsbruck im Jänner 2012 erstmaliger Austragungsort der Jugendwinterspiele. Zur Unterbringung der ca. 2.000 Aktiven entstand auf dem Gelände der ehemaligen Eugenkaserne ein neues Olympisches Dorf mit ca. 450 Wohnungen, die nach Abschluss der Spiele zur Deckung des hohen Wohnungsbedarfs in Innsbruck beitragen.

Aus dem, 2008 von der Neuen Heimat Tirol ausgeschriebenen Architekturwettbewerb ist das Projekt der ARGE reitter_architekten, eck & reiter als Sieger hervorgegangen, das seit 2009 gemeinsam mit den Zweitplatzierten, der Architekturwerkstatt din a4, umgesetzt wurde. Die 13, sechs- bis achtgeschossige Häuser, sind so platziert, dass jeweils drei Häuser eine Gruppe mit einem gemeinsamen Vorplatz bilden. Diese „Dreihäuser-Nachbarschaften“ versammeln sich wiederum um verschieden große Hofsituationen, darunter ein 60 x 40 m großer Hof als Herz der Anlage. In einem weiteren, an der zu einem Entrée-Platz ausgeweiteten General-Eccher-Straße liegenden Baukörper werden die Polizeistation und Seniorenwohnungen untergebracht. Unterschiedliche Oberflächen, Texturen und Raumabfolgen machen die abgestuften Grade der Öffentlichkeit von der Straße in die Tiefe des Grundstücks ablesbar.

Die unterschiedlich hohen, würfelförmigen Baukörper wurden so zueinander platziert, dass die gegenseitige Verschattung möglichst gering gehalten werden konnte und keine ausschließlich nordorientierten Wohnungen existieren. Die Gebäudeecken öffnen sich in – von der thermischen Hülle komplett entkoppelten – Eckloggien, die den Innenraum optisch vergrößern und über raumhohe Fenstertüren von zwei Seiten Licht in die Wohnräume bringen. Bei der Grundrissgestaltung wurde großer Wert darauf gelegt, dass der Wohn-Essbereich bei Bedarf in eine Wohnküche und einen zusätzlichen (Schlaf-)Raum geteilt werden kann.

In den Gebäuden und über den Außenbereich verteilt wurden insgesamt sechs „Kunst am Bau“-Projekte von Georgia Creimer, Thomnas Feuerstein, Michael Kienzer und Esther Stocker umgesetzt. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Claudia Wedekindclaudia.wedekind[at]aut.cc