Bauwerk

Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi
Martin Scharfetter, Robert Rier - Absam (A) - 2010
Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi, Foto: Lukas Schaller
Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi, Foto: Lukas Schaller
Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi, Foto: Lukas Schaller
Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi, Foto: Lukas Schaller

KiWi – Kultur- und Veranstaltungszentrum Kirchenwirt

04. Oktober 2010 - aut. architektur und tirol

Aus drei klar ablesbaren, eigenständig funktionierenden Gebäudeteilen - Veranstaltungssaal, Gasthaus und Museum - einen neuen Mittelpunkt im Dorf zu gestalten, war für Martin Scharfetter und Robert Rier Ausgangspunkt für die Architektur des KiWi Absam. Entwickelt aus den räumlichen und architektonischen Gegebenheiten des Ortes fügt sich das neue Veranstaltungs- und Kulturzentrum in die gewachsene Dorfstruktur ein und bindet den bestehenden, dreigeschossigen Massivbau und die hölzerne Veranda des „Gasthof Kirchenwirt“ sensibel in das Gesamtkonzept ein.

Zentrum und Verbindungsglied der drei autonomen Funktionseinheiten ist ein langgestrecktes Foyer, das vom Haupteingang an der Dörferstraße vorbei an Garderobe, Bar und Aufenthaltsbereich bis zum Bestandsgebäude des Gasthofs und einem zwischen Gastraum und Veranstaltungssaal liegenden sonnigen und windgeschützten Gastgarten führt. Die durchgängige Verglasung bietet Ausblicke auf den neuen östlichen Platz, auf die Steinmauern des Kirchenhofs und auf die Absamer Wallfahrtskirche.

Vom zentralen Punkt des Foyers aus erreicht man den zur Dörferstraße orientierten Veranstaltungssaal. Trotz klarer zeitgenössischer Ausformung fügt dieser sich durch Materialität, Farbe und Maßstab wie selbstverständlich in die gewachsene Struktur ein. Der Geländeneigung folgend entwickelt sich der Baukörper von der „repräsentativen Höhe“ des Eingangsbereichs im Norden hinunter zur kleinteiligen Bebauung im Süden. Die bestehende Geländestufe wurde auch in der Grundrissorganisation aufgenommen, die erhöhte Bühne auf Eingangsniveau ganz im Norden realisiert. Die Wandverkleidung und Schallreflektoren in Fichtenholz und der Akazienboden schaffen zusammen mit der langen, pariserblauen Wand eine warme Atmosphäre, Fenster hinaus zur Dörferstraße und zum Garten erlauben Aus- und Einblicke.

Der denkmalgeschützte "Gasthof Kirchenwirt" wurde weitgehend auf die Altsubstanz rückgebaut, in der aufwändig sanierten hölzernen Veranda eine neue Gaststätte und im dreigeschossigen Massivbau das Gemeindemuseum untergebracht. Während in den beiden Untergeschossen die charakteristische Situation von Gang und Zimmern erhalten wurde, erhielt das Museum im zweiten Obergeschoss durch das Entfernen der Zwischenwände und der Decke zum Dachboden einen großen offenen Ausstellungsraum. Die barrierefreie Erschließung des Museums erfolgt durch einen Lift in einem dem Bestandsbau vorgestellten Bauteil, der als „Turm“ den von der Dörferstraße über den Hof kommenden BesucherInnen den Weg zum Museum weist. (Text: Claudia Wedekind)

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Claudia Wedekindclaudia.wedekind[at]aut.cc