Bauwerk

Stadthaus M11
Ohnmacht Flamm Architekten - Innsbruck (A) - 2015
Stadthaus M11, Foto: Henning Koepke
Stadthaus M11, Foto: Henning Koepke
Stadthaus M11, Foto: Henning Koepke
Stadthaus M11, Foto: Henning Koepke
25. August 2016 - aut. architektur und tirol

Zentrumsnah im Innsbrucker Stadtteil Wilten befand sich ein aus der Jahrhundertwende stammender Gewerbebau mit zahlreichen An- und Zubauten. An dessen Stelle wünschte sich der Besitzer ein modernes Stadthaus mit Geschäftsflächen, Wohnungen und einer Tiefgarage. Der Bauplatz weist eine spezielle, von der sonst den Stadtteil prägenden gründerzeitlichen Blockrandbebauung abweichende, städtebauliche Situation auf. Er grenzt an eine Allee, die ins parkartige Hofinnere zur sogenannten „Villa Nachsommer“ führt, gegenüber liegt das Gebäude der Glasmalerei mit altem Baumbestand sowie – in Fortsetzung der Allee – ein Straßenzug mit Vorgärten.

Der 2010 aus einem geladenen Architekturwettbewerb hervorgegangene Neubau von Ohnmacht Flamm Architekten fügt sich in Grundriss und Höhenentwicklung in die gründerzeitliche Umgebung ein. In Reaktion auf die dreiseitig freigestellte Situation inmitten eines innerstädtischen Grünraums wurde ein siebengeschossiger Baukörper mit zwei weitgehend transparent gehaltenen Sockelgeschossen, einer zwischen innen und außen mäandernden Galerie und zweigeschossigen Lufträumen an den Gebäudeecken realisiert.

Erdgeschoss und Galeriezone werden als Geschäfts- und Büroflächen genutzt, darüber liegen Wohngeschosse mit insgesamt 17 Wohnungen unterschiedlicher Größe und Orientierung, die sich um den innen liegenden Stiegenhauskern herum gruppieren. In den unteren Geschossen sind gut organisierte Kleinwohnungen untergebracht, oben vier große Wohnungen mit offenen Grundrissen, die sowohl zur Nordkette als auch in den ruhigen Innenhof orientiert sind. Sämtliche Wohnungen erhielten entlang der Glasfassade durchlaufende, breite Eichenholzbänke, die als Sitz- und Liegeflächen vielseitig genutzt werden können.

Die Tiefgarage ist direkt von der Müllerstraße aus erschlossen und wurde weit abgesenkt, womit der ehemals gewerblich genutzte Innenhof zu einem intensiv begrünten Garten mit Baumpflanzungen werden konnte. An den Garten angrenzend erhielten die BewohnerInnen im Erdgeschoss des hofseitigen Bauteils einen großen Gemeinschaftsraum.

Für die halböffentlichen Räume des Hauses wurde von den Münchner Künstlern Wolfgang Aichner und Thomas Huber (GAEG) die permanente Rauminstallation „Downtown“ realisiert. Die zwei, vom straßenseitigen bis zum hofseitigen Eingang, sowie vom erdgeschossigen Foyer bis hinauf in die oberen Wohngeschosse reichenden, großformatigen Wandarbeiten thematisieren städtische Dichte und Vielfalt bzw. den Blick auf die Stadt von oben. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Claudia Wedekindclaudia.wedekind[at]aut.cc

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