Bauwerk

Konzernzentrale der Österreichischen Volksbanken
CARSTEN ROTH ARCHITEKT - Wien (A) - 2010
Konzernzentrale der Österreichischen Volksbanken, Foto: Klaus Frahm / ARTUR IMAGES
Konzernzentrale der Österreichischen Volksbanken, Plan: CARSTEN ROTH ARCHITEKT
Konzernzentrale der Österreichischen Volksbanken, Foto: Klaus Frahm / ARTUR IMAGES
Konzernzentrale der Österreichischen Volksbanken, Foto: Klaus Frahm / ARTUR IMAGES

Konzernzentrale der Österreichischen Volksbanken

14. Juni 2011 - Az W

Die Volksbanken AG veranstaltete 2007 in Kooperation mit der Stadt Wien und dem 9. Bezirk einen geladenen Wettbewerb für den Neu- und Ausbau ihrer Konzernzentrale in der Kolingasse, aus dem das vorliegende Projekt von Carsten Roth als Sieger hervorging. Unter besonderem Eingehen auf die städtebauliche Situation und den hier typischen Gründerzeitblock wurde die Hälfte des Bestandes erhalten, der Rest abgerissen und durch einen Zubau, der den Häuserblock fabelhaft ergänzt, ersetzt. Eine gläserne Fuge setzt den Altbau vom Neubau ab.

Die Fassade ist als statisch optimierte mehrgeschossige perforierte Scheibe ausgebildet, die ein volkommen stützenfreies Eingangsgeschoss ermöglicht. Das geometrische System der gründerzeitlichen Fassadenteilung wurde in elegant subtiler und moderner Weise aufgegeriffen und in Form von Sichtbetonpfeilern in drei verschiedenen vor- und rückspringenen Ebenen umgesetzt. Das Dachgeschoss verbindet mit seinen verglasten Schrägen alt und neu.

Das nach außen sehr homogene, sich in den Bestand fügende Bauwerk, entwickelt seine Eigenständigkeit nach Innen, wo das Gebäude selbst in Form von sechs Türmen seinen Innenhof umschließt. Die Türme sind mit Glasfasergewebe verkleidet und bilden ein 26m hohes Atrium, das von einem transluzenten Foliendach aus dreilagig aufblasbaren, von abgespannten V-Stützen getragenen Kissen überdeckt ist.

Besonders erwähnenswert ist die Kunst am Bau, die in das archtiektonische Gesamtkonzept miteinbezogen ist. Otto Zitko gestaltete den Innenhof mit einem ca. 4.000 m2 großen Wandgemälde, Brigitte Kowanz lässt die gläserne Decke des Foyers mit ihrer Lichtinstallation unendlich wirken. Franzobels Theaterstück „Die Pappenheimer“ wurden eigens für das Gebäude geschrieben und bei seiner Eröffnung im Innenhof uraufgeführt. Eva Schlegel applizierte Textfragmente des Theaterstücks auf Glastüren und Trennwände des gesamten Hauses. In der Parkgarage erfreut eine plaktive graphische Installation von Liquid Frontiers, die eine Bibliothek aus den Lieblingsbüchern der KonzernmitarbeiterInnen vergrößert darstellt. (Text: Marion Kuzmany)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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