Artikel
Wache im Dreiklang
Olaf Scholz und sein Pavillon
Wenn der Bundeskanzler an seinem Schreibtisch sitzt, umgeben ihn Architekturfotos. Ein Grund ihn zu fragen, warum er sie seit Jahren in seine Büros in Hamburg und Berlin mitnimmt. Nach einem Besuch des brasilianischen Staatspräsidenten im Januar ließ er sich Brasília zeigen und war beeindruckt. Was Olaf Scholz an Architektur und Stadtplanung interessiert, deutet er nur an.
Solide Formvollendung
Herzog & de Meuron haben nach einer Wiedervorlage das Museum Küppersmühle in Duisburg erweitert. Der Backsteinbau bietet ausreichend Platz für eine private Sammlung und vervollständigt als einer der letzten Bausteine im städtebaulichen Masterplan die Umwandlung des einst größten Binnenhafen Europas.
Am Ende von Kreuzberg
In nur vier Jahren Bauzeit haben OMA für den Axel-Springer-Verlag in Berlin ein neues Medienhaus auf einem Areal realisiert, über das einst der Todesstreifen lief. Der dunkle Monolith soll den Anforderungen an modernes Arbeiten entsprechen und das Verlagsensemble im ehemaligen Zeitungsviertel in der Friedrichstadt mit öffentlichen Bereichen ergänzen.
Meine Hoffnung ist, gemeinsam zu gestalten
Freier Wohnen in Bordeaux. Feines Shopping in Venedig
Mit einfachen Mitteln aber sehr effektiv haben die Architekten Lacaton & Vassal in Bordeaux 530 Sozialwohnungen mit Loggien erweitert. Das Beispiel zeigt, welche Möglichkeiten sich bieten, in den Großwohnsiedlungen der sechziger Jahre eine deutliche Aufwertung für die Bewohner zu erreichen.
Das ehemalige Handelshaus der deutschen Kaufleute neben der Rialtobrücke in Venedig wurde von Rem Koolhaas zu einer Mall umgebaut. Den alten Hof umgeben nun Shops der Luxusgüter für die Touristen. Die große Dachterrasse ist öffentlich zugänglich.
Ordinary Measures for Architecture
Die Arbeitsweise ist keine Unbekannte, das Büro ist keine Entdeckung, die Geheimnisse sind gelüftet, die Schüler bereits mit eigenem Büro auf internationalem Parkett unterwegs, die Neubauten auf Titelseiten publiziert, das Werk mit der Leitung der Architektur-Biennale in Venedig und unzähligen Preisen vergoldet. Der Blick auf drei kürzlich fertiggestellte Gebäude des Office for Metropolitan Architecture (OMA) lohnt aber in mehrfacher Hinsicht.
Kammer als Wohnlabor
Sehr gut
Der Kosmos Martin Kippenberger im Hamburger Bahnhof in Berlin
„Ja, Ja, Ja, Nee, Nee, Nee“, brabbelt Martin Kippenberger in einer Endlosschleife. Der ursprünglich von Joseph Beuys stammende Monolog (1968) steht als ironisches Sinnbild für alles und nichts und ist als vermeintlich sinnentleertes Ja/Nein dennoch die treffende Beschreibung einer ambivalenten Gemütslage.
Editorial
Wie sieht es eigentlich bei denen aus, die täglich über gutes Bauen nachdenken? Um das herauszufinden, haben wir im Sommer über 200 Architekten gebeten, uns dreierlei zuzusenden: ein Foto des Gebäudes, in dem sich ihr Büro befindet; ein Innenraumfoto; eine Grundrisszeichnung im Maßstab 1:100, in der die Arbeitsplätze der Inhaber markiert sind.
Hochwasserpumpwerk in Mainz
Der Monolith am nordwestlichen Rand des Mainzer Zoll- und Binnenhafens wird von Lagerhallen und Verladehöfen des Glasstellers Schott und vom Schnell-Imbiss „Zum Schorsch“ flankiert. Wir befinden uns im Vorort Mombach, unweit der Kaiserbrücke. Das junge Mainzer Architekturbüro Schoyerer errichtete den schwarzen „Steinblock“ als Korpus für die Technik eines Hochwasserpumpwerks.
„Wir wollen Oberflächenveränderung ohne Spannungsverluste“
BMW-Chefdesigner Chris Bangle und Architekt Frank Barkow zu ihrem Entwurfsstudio an der Harvard University
Bauwelt: Frank Barkow, wie kam es zu Ihrem Entwurfsstudio mit Chris Bangle an der Harvard University?
Frank Barkow: Im Frühjahr 2007 hatten Chris und einige seiner Kollegen von BMW unser Büro besucht. Chris war auf der Suche nach Architekten für ein neues BMW-Design- und -Konzepthaus. Schon bei diesem Treffen haben wir gemerkt, dass es eine Verbindung zwischen der eigenen und der Arbeit des anderen gab. Nach dem Wettbewerb für das Designhaus beschlossen wir, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen, aber in einem akademischen Kontext. Zeitlich passte alles zusammen: Im Frühjahr 2008 hatte Chris Bangle sein GINA Concept Car erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, und ich hatte gleichzeitig eine Einladung von Toshiko Mori erhalten, im Herbst an der Harvard Graduate School of Design zu unterrichten.