Bauwerk

City 11
HALLE 1 - Salzburg (A) - 2004
City 11, Foto: Gebhard Sengmüller
City 11, Foto: Andrew Phelps
City 11, Foto: Gebhard Sengmüller
01. Juli 2005 - Az W

In einem Stadtteil Salzburgs, der bislang keine architektonisch markante Bebauung aufwies, ankert das Zentrum Schallmoos als rektangulär-antropomorph gegliedertes Gefüge - bestehend aus den klaren Setzungen von Basis, Korpus, Hals und Haupt - plastisch im Stadtraum. Der 14geschossige Wohnturm (Zweispänner) in der Mitte markiert den städtebaulichen und identitätsstiftenden Hochpunkt des Ensembles von sechs Häusern, wobei die liegenden, lose ineinander verschränkten Baukörper eine nachträgliche Verdichtung des Areals und den Eindruck von “geschlossenen Fronten” gekonnt unterbinden. Den Architekten ging es darum, in einem locker durchmischten Gefüge ausreichend zusammenhängende Freiflächen zu sichern, die das Leben im Quartier bereichern sollten: “Unser Entwurf (...) stellt den Versuch dar, die Reichhaltigkeit der überschaubaren Stadt mit ihrer Vielfalt urbaner Lebensformen zu stärken. Er begreift Urbanität nicht als Phänomen der Größe, sondern als soziale und kulturelle Dichte.”

Das Büro- und Geschäftshaus PTL erstreckt sich entlang der Baulinie der Sterneckstraße, wobei durch Abrücken von der westlichen Grundgrenze ein wettergeschützter Vorplatz entstand, der auch das Entree für das Bürohaus ÖWD an der Bayerhamerstraße bildet. Die Wohnhausanlage mit insgesamt 84 Wohneinheiten ist in vier Einzelbaukörper (drei Basen, ein Turm) aufgelöst, die meisten Wohnung sind nach Süden orientiert und nach Norden durchgesteckt. Sämtliche Bauteile sind in Massivbauweise als Beton/Stahlbetonkonstruktion ausgeführt, für die Auskragungen kamen Stahlfachwerke bzw. Stahlträgerkonstruktionen zum Einsatz. Die Wohnbauten wurden über die Wettbewerbsausschreibung hinaus zu Niedrigenergiehäusern weiterentwickelt, der Turm ist von einem “Solarkopf” bekrönt, der die Warmwasserversorgung übernimmt und das Heizsystem unterstützt.

Das Projekt zeigt, dass stringente Bebauungsdichte die sympatischen Irregulariäten städtischen Lebens nicht abschnüren muss, sondern diese sogar artikulieren kann. Mit einer Komposition, die “prägend” genug ist, um städtebauliche Kräfte zu bündeln, und elastisch genug, um künftigen Entwicklungen offen gegenüberzustehen. (Text: Gabriele Kaiser)


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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at