Bauwerk

Innenhof Renngasse
bauchplan ).( - Wien (A) - 2004
Innenhof Renngasse, Foto: Rego, Bobal
Innenhof Renngasse, Foto: Rego, Bobal
23. Februar 2006 - next.land
Das prominent gelegene Gebäude in der Renngasse 1, direkt hinter der Freyung im 1. Wiener Gemeindebezirk, wurde entkernt und zur Büroimmobilie umgebaut.

Der eingeschnittene Innenhof versorgt die umliegenden Arbeitsplätze mit Tageslicht und ermöglicht einen wandlungsfähigen Grünblick durch Sichtbeziehungen zum angrenzenden Schottenpark.
Der durch die Fassaden dominierte Raum erhält eine horizontale Ausprägung mit einzelnen Vertikalakzenten. Auf der begrenzten Fläche des Innenhofes (ca. 350 qm) entsteht ein begehbares, unendliches Bild, das aus jedem Betrachtungswinkel anders wahrzunehmen ist. Die Freiraumgestaltung adaptiert die vorgefundene architektonische Situation komplett und interpretiert den Ort neu.

Hofbild . Idee ist das Bild eines ruhigen, introvertierten Innenhofes, der den angrenzenden Büros vielfältige, interessante Blickbeziehungen bietet. Bekannte Gartenbilder werden in ein Gestaltungsthema transformiert und räumlich übersetzt. Daraus ergibt sich die Reduktion auf wenige, ausdrucksstarke Elemente: weißer Marmorkiesel bildet die horizontale Fläche. Eingestreute Glaspelletts glitzern darin wie Lichtspiegelungen auf einer Wasseroberfläche und entlocken den Besucher in eine verzauberte Welt. Kreisrunde, frei schwimmende, anthrazitfarbene Betonplatten treiben wie Seerosenblätter auf der Kiesfläche.
Neben der Grundausstattung geben flexible Elemente Dynamik: Wasserplatten erzeugen ein Klangbild und verbessern das Kleinklima. Die meditative Stimmung kontrastiert den Arbeitsalltag innerhalb des Gebäudes. Einzelne Betonzylinder durchstoßen als Sitzelemente die flirrende Kiesfläche. In Rand- und Aufenthaltsbereichen gibt es Verdichtungen.

Die Spiegelung in den Fassaden schreibt das abstrahierte, poetische Gartenbild ins Unendliche fort. Aus jedem Blickwinkel des durch ein Brückenbauwerk umschlossenen Hofes ergeben sich neue, eigenständige Hofformen und -Spiegelungen. Der nördlich anschließende Schottenpark bildet den grünen Hintergrund.
Im Hof selbst ist das Grün, da vom Bodenniveau abgekoppelt, durch Bambuspflanzungen stilisiert. Bambus in pulverbeschichteten Pflanzbehältern zieht als feingliedriges, vertikales Element die Blicke aus der Hofebene in die oberen Geschosse. Aus dem eingeschnittenen Atrium durchrankt eine Waldrebe den Hof vertikal in Richtung Brückenbauwerk.

Das Abbild der Wolken des Wiener Himmels zieht in den Lichtkuppeln der Hoffläche vorbei und ergänzt das sich ständig wandelnde Hofbild.

(Text: Bauchplan)

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