Bauwerk

Dokumentations- und Informationszentrum der Gedenkstätte Bergen-Belsen
KSP Jürgen Engel Architekten - Loheide (D) - 2007
7. Juli 2008 - newroom
Die Geschichte des Ortes des ehemaligen Lagergeländes Bergen-Belsen ist aufgrund seiner Vielschichtigkeit sowohl vor als auch nach dem 15. April 1945 in sehr differenzierter Weise zu betrachten. Vom Kriegsgefangenenlager unter freiem Himmel bis zum vielfach zonierten Konzentrationslagerkomplex ist das Gelände Zeugnis der während des nationalsozialistischem Terrorregimes verübten Greueltaten.

In der Bestandssituation ist das ehemalige Lagergelände überhaupt nicht ablesbar. Um dies zu ändern wird aus dem Gehölzbestand mit einer präzisen Kontur entlang des ehemaligen Lagerzaunes die einstige Lagerfläche herausgearbeitet. Der umgebende Wald wird von allen Laubbäumen bereinigt, sodass die Lagergrenze als klare Kiefernwaldkante ablesbar ist. Der verbleibende Gehölzbestand auf dem Gelände wird behutsam ausgedünnt und von Unterholz befreit, sodass das Lagergelände als Ganzes deutlich lesbar ist.

Als weiteren Schritt wird das alte System von Wegen und Barackenstandorten wieder lesbar gemacht und mit der vorhandenen Wegeführung der Nachkriegsplanung überlagert. Ein neuer Zugang über das Dokumentations- und Informationszentrum führt direkt auf den Appellplatz und gibt der Anlage als Gesamtes einen neuen Schwerpunkt. Der Weg dorthin ist als einziger wirklich neuer Weg im Material des Gebäudes (Beton) gehalten und liegt durch eine Aufkantung leicht erhöht auf dem Gelände auf. Die heutige Gestaltung (Gebäude und Weg) liegt also als neue Schicht über der historischen Substanz. (Text: Architekten)

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