Bauwerk

SOS-Kinderdorf FamilienRAThaus
RUNSER / PRANTL architekten - Wien (A) - 2005
SOS-Kinderdorf  FamilienRAThaus, Foto: Margherita Spiluttini
SOS-Kinderdorf  FamilienRAThaus, Foto: Margherita Spiluttini
SOS-Kinderdorf  FamilienRAThaus, Foto: Margherita Spiluttini
SOS-Kinderdorf  FamilienRAThaus, Foto: Margherita Spiluttini
26. November 2006 - Az W

In Wien Floridsdorf entstand das erste urbane und voll integrierte SOS-Kinderdorf Österreichs, ein internationales Pionierprojekt. Es umfasst ein offenes FamilienRAThaus als Zentrum für Beratung und Begegnung, SOS-Kinderdorf-Familien als dauerhaftes Zuhause und SOS-Kinderdorf-Wohngruppen als Krisenpflegeplätze für Kinder und Jugendliche. Das FamilienRAThaus versteht sich als offenes und für verschiedenste Nutzungen variabel entwickelbares Gebäude. Es bietet Flächen für Café, Therapie, Stadtteilarbeit, Bildung, Krisenaufnahme sowie pädagogische Leitung.
Das strukturell klare Gebäude ist horizontal in drei Zonen geteilt: Erschließungszone, Zone der Versorgungszellen und versorgter variabel nutzbarer Bereich. Sowohl Straßen- und Hofeingang führen gleichwertig direkt zu einer einläufigen Treppe. Die Brandschutzverglasung zwischen Erschließungsbereich und Funktionsbereichen gewährleistet höchste Transparenz, dient der Orientierung im Gebäude und der Kontrolle im Haus, da im Sinne eines offenen und einladenden Gebäudes auf einen Empfang im Erdgeschoss verzichtet wurde. Gestalterisch dominieren die Materialien Sichtbeton, Glas, Stein und Eiche lackiert.

Gedanken zum Bauen für Kinder werden hier umgesetzt, das Haus wird als pädagogisches Element gesehen, Kinder sollen mit Beton umgehen im und am Haus spielerisch lernen. Das Begreifen des Dreidimensionalen, Raumerfassung und Raumerfahrung stehen im Vordergrund. Räume sind ergeh- und erlebbar, ermöglichen den Kindern Experimente und Selbsterfahrung, von der Halle bis zur Höhle, von lichtdurchflutet bis dunkel werden viele Situationen erlebbar.

Das vom Büro Oskar Graf entwickelte Konstruktionsprinzip des in Sichtbeton konzipierten Gebäudes ermöglichte größte Offenheit in der Grundrissgestaltung. Das Gebäude besteht aus tragenden Stahlbetonwänden als Feuermauern an den seitlichen Grundstücksgrenzen, vier Stahlbetonscheiben und zwei Versorgungszellen aus Stahlbeton, auf denen unterzugsfreie Stahlbetondecken aufliegen, die teilweise mit Akustikdecken verkleidet sind. Der Baukörper ist auf einer exakten Geometrie aufgebaut, welche die Lage der einzelnen Bauteile unverrückbar festlegt.
Durch die Trennung der Tragstruktur von der Fassadenkonstruktion wird ein Höchstmaß an Flexibilität der Nutzflächen erreicht. (Gekürzter Text der Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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