Bauwerk

Wohnanlage Metzgerbildstraße
Roland Gnaiger, Gerhard Gruber - Bregenz (A) - 2007
Wohnanlage Metzgerbildstraße, Foto: Ignacio Martinez
Wohnanlage Metzgerbildstraße, Foto: Ignacio Martinez
27. August 2008 - vai

Ein sehr schönes, großes, zentral gelegenes Baugrundstück in Bregenz war in gemeinsamen Besitz von vier Geschwistern. Sie beauftragten Roland Gnaiger | Gerhard Gruber mit einer Studie über die prinzipiellen Möglichkeiten der Bebauung und die Verwirklichung der jeweils völlig unterschiedlichen eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen. Sieben Jahre dauerte dieser Prozess.

Die Körnigkeit der Villenbebauung in diesem Stadtteil wird aufgenommen. Prämisse war zudem, auf die relativ zur Lebensdauer eines Bauwerkes, schnellen Veränderungen der Familienkonstellationen zu reagieren. Im städtischen Zusammenhang sollten die Einheiten auch für andere Inhalte, wie Praxis oder Büro geeignet sein.

Von einem variablen und anpassungsfähigen Modul mit 50 m2 ausgehend, können 4 Typen gewählt werden. Im Grundrissraster sind die Öffnungen nach Außen und die Lage der Treppe vorgegeben. Hinter jedem Fenster kann jede Funktion sein. Das Stadthaus hat keine Rückseite, nur Sichtseiten. Der Bezug von Innen nach Außen ist direkt. Was heute noch nicht Eingangstüre ist, dient als Terrassentüre und wird irgendwann der Zugang zum neuen Apartment.
In 14 Wohneinheiten mit 10 Eigentümerfamilien kommt die Flexibilität des Grundrisssystems heute schon zum tragen.

In der Materialwahl, mit den Holzlatten, Gesimsen, die den Baukörper stark gliedern und in der Farbigkeit, den Übergängen und Details wird sehr überlegt auf das Umfeld reagiert. Die Maßstäblichkeit ist auf allen Ebenen eingehalten.

Das Zusammenspiel von Innenraum und Außenraum, Privatheit und Gemeinschaft ist deutlich definiert und erlebbar. Auf Hecken oder Zäune wird vollständig verzichtet. Das südländische Flair der Wohnstraße mit Brunnen, die sich zu einem Dorfplatz formt, ist unübersehbar.

Ein Auto-Teilen Konzept sollte die Autoabstellplätze minimieren, aber vor den gesetzlichen Vorschriften gab es kein Entrinnen. So steht heute die Autogarage leer und die sehr angenehm integrierten Fahrradabstellplätze quellen über. Gemeinsam genutzt wird auch ein Aufenthaltsraum mit 30 m2. Jedes Haus ist unterkellert und bietet ein großzügiges Lagerabteil und Raum für die gemeinsame Haustechnik wie kontrollierte Be- und Entlüftung und Pelletsheizung. Im Erdgeschoss und in den zwei Häusern mit Lift wird durch Barrierefreiheit Öko 2 Standard erreicht. (Text: Martina Pfeifer-Steiner)

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Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Verena Konradvk[at]v-a-i.at

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