Bauwerk

Gemeindehaus und Christuskirche Kehl
VON M - Kehl (D) - 2018
Gemeindehaus und Christuskirche Kehl, Foto: Zooey Braun
Gemeindehaus und Christuskirche Kehl, Foto: Zooey Braun
16. Juli 2019 - newroom
Mit dem Neubau des Gemeindehauses und der Sanierung der alten Kirche wird das Zentrum von Kehl neu organisiert und durch die Aktivierung des West-Eingangs der Christuskirche eine Verbindung zwischen den Bauwerken geschaffen. Der Haupteingang im Süden bekommt ein neues Portal, die unübersichtliche Rampenanlage wurde zurückgebaut.

Der klassizistischen Kirche wird durch die Rekonstruktion von ursprünglicher Gestalt und Farbigkeit ihre Qualität und Identität zurückgegeben. Eine flexible Bestuhlung, die Ausführung aller Prinzipalien als mobile „Möbelstücke“ und der Einsatz einer über die Länge verschiebbaren, aufklappbaren Wand ermöglichen maximale Flexibilität in der Nutzung des Kirchenraums. Alle Einbauten sind aus Eiche Natur und gehen damit in feinem Kontrast zum Bestand, der in seine helle, monochrome Farbgebung zurückgeführt wurde. Der nicht originale Boden wird mit einer stufenlosen Ebene aus geschliffenem Zementestrich mit farbigem Zuschlag ersetzt und führt mit einer Rampe durch den Eingangsturm nach Draußen. Gemäß der ursprünglichen Konzeption wird der Kirchenraum über große Klarglas-Fenster mit Tageslicht geflutet. Abgehängte Pendel-Leuchten aus Mattglas lassen sich durch flexible Schaltbarkeit an die jeweilige Raumkonfiguration anpassen.

Die Architektur des Gemeindehauses folgt einer klaren geometrischen Ordnung mit präzisen Details, zieht sich auf den Bereich nördlich der Christuskirche zurück und definiert den Straßenraum neu. Der Veranstaltungssaal bildet das Zentrum und man darf ihn mit dem Innenhof eines Kreuzgangs assoziieren. Durch eine größere Raumhöhe und das seitliche Oberlicht ist dieser zentrale, stützenfreie Saal von außen ablesbar. Die Spannweite wird mit einem System aus Trägern und Deckenelementen aus Sperrholz realisiert und Holzoberflächen hell lasiert. Über Faltwände lässt sich dieser mit den beiden angrenzenden Gruppenräume in zahlreichen Kombinationen zusammenschalten. Bei größeren Veranstaltungen eignet sich zudem das längs entwickelte Foyer – mit Haupteingang zum Gemeindeplatz – als Bindeglied zwischen Außenraum, Gemeindesaal und Kirche. Die Struktur des monolithischen Ziegelmauerwerks bleibt als technisches Ornament sichtbar, da die Steine teilweise mit Kalk geschlämmt, teilweise glatt gespachtelt sind. Bei Nacht kommuniziert das Bauwerk sowohl über die großen Fenster, als auch über den aus dem Dach heraustretenden „Leuchtkörper“ mit seiner Umgebung. (Text: Architekt:innen, bearbeitet)

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Akteure

Architektur

Bauherrschaft
Evangelische Kirchengemeinde Kehl

Tragwerksplanung

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