Bauwerk

Legero United Campus
Dietrich | Untertrifaller - Feldkirchen bei Graz (A) - 2019
Legero United Campus, Foto: Bruno Klomfar
Legero United Campus, Foto: Bruno Klomfar
2. Februar 2021 - HDA
Der legero united campus im Süden von Graz besteht aus zwei unterschiedlich großen Ringen. Großzügige Verglasungen, die im Sonnenlicht changierende Fassade aus bronzefarbenem, eloxierten Aluminium und die üppig bepflanzten Innenhöfe verwischen die Grenzen zwischen Innen und Außen.

Die Struktur des Bürorings ist bereits darauf ausgerichtet, dass über dem Flachdach ein weiteres Stockwerk aufgesetzt werden kann. Die kreisförmigen Grundrisse erzeugen abwechslungsreiche räumliche Erlebnisse in der Bewegung durch die Geschosse und ermöglichen den einzelnen Abteilungen flexible Gestaltungslösungen. Die abgeschlossene Form schützt vor Lärmimmissionen und schafft eine eigenständige Binnenwelt, die mit gläsernen Pavillons, Holzdecks und vielfältiger Bepflanzung zu Kommunikation und Entspannung einlädt.
Neben dem Büroring liegt das zylinderförmige Outlet. Seine fließende Raumfolge wird gegliedert durch weitere eingestellte Zylinder unterschiedlicher Größe und Funktion sowie eine umlaufende Galerie.

Die beiden Geschosse des Bürorings sind in Bezug auf Nutzung und Material bewusst sehr unterschiedlich gestaltet. Das Erdgeschoss, das alle halböffentlichen Bereiche wie Foyer, Betriebsrestaurant und Besprechungsräume enthält, ist aus Stahlbeton. Stützen, Wände und Decken sind in Sichtbeton ausgeführt und spiegeln damit auch die Robustheit und den Werkstattcharakter der Musterproduktion wider. Alle Möbel und die Akustikelemente an der Decke sind aus Holz und sorgen dafür, dass die Atmosphäre nicht zu kühl wirkt.

Das Obergeschoss ist als Holzbau konstruiert. Das verkürzte die Bauzeit und vereinfacht die Aufstockung des Gebäudes. Die Holzoberflächen der Konstruktion bleiben sichtbar, Deckenelemente in Metall bilden einen attraktiven Kontrast. Die beiden Geschosse werden über drei Kerne erschlossen, die die komplette Infrastruktur beherbergen wie Lift, Treppen, Toiletten, Putz- und Serverräume sowie die Teeküche und eine Pausen-Loggia zum Innenhof. Auch die gesamte Haustechnik ist in diesen Kernen untergebracht. Dadurch bleiben die restlichen Flächen frei von Einbauten und bieten maximale Flexibilität der Arbeitsbereiche.

Stützen aus Holz und Verbundwerkstoff, deckenhohe Träger aus Stahlbeton und Holz-Beton-Verbunddecken wurden nach dem Baukastenprinzip vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Dies ermöglichte neben einem schnellen Baufortschritt auch eine anspruchsvolle, weil definierte Gestaltung der Oberflächen.

Sichtbare Holzoberflächen, mögliche Installationen an der Deckenunterseite in Längs- und Querrichtung sowie eine limitierte Anzahl von Aussteifungselementen waren wichtige Parameter bei der Entscheidung für die Holzbetonverbunddecke. Für eine spätere Aufstockung war auch das Eigengewicht der Konstruktion ein relevantes Kriterium. Die weit gespannte Geschoßdecke des ringförmigen Grundrisses wird jeweils nur in den Fassadenachsen und in der Mittelachse gestützt, wo ein deckengleicher Unterzug die Ausbildung als Flachdecke ermöglicht. Die weitgespannte Deckenscheibe konnte durch den Aufbeton hochwirtschaftlich und fast ohne zusätzlichen Aufwand realisiert werden. Die verschiedenen Nutzungen der Erdgeschoß- und Obergeschoßzonen erforderten unterschiedliche Stützenraster. Für eine einheitliche Untersicht in Sichtbetonqualität erfolgt die Lasteinleitung vom Obergeschoß in die Stahlbetondecke über dem Erdgeschoß ohne Unterzug.

Der stützenfreien Raum des kreisförmigen Schuh-Outlet ist von einem sternförmigen Holztragwerk überspannt. Auch dieses Ringgebäude kann – je nach Wunsch und Entwicklung – flexibel umgestaltet werden.

Flexible Aufstockungs- und Andocklösungen durch zusätzliche „Satelliten“- Ringe machen den legero campus zukunftsfit: Entwickelt sich das Unternehmen, kann auch das Gebäude mitwachsen. (Text: Architekten, bearbeitet)

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Für den Beitrag verantwortlich: HDA

Ansprechpartner:in für diese Seite: Karin Wallmüllerbaudatenbank[at]hda-graz.at