Bauwerk

Holzstrohbau Haus St. Wunibald Benediktinerabtei Plankstetten
hirner & riehl architekten stadtplaner bda - Berching (D) - 2022
Holzstrohbau Haus St. Wunibald Benediktinerabtei Plankstetten, Foto: Lorenz Märtl
Holzstrohbau Haus St. Wunibald Benediktinerabtei Plankstetten, Foto: Lorenz Märtl
14. Februar 2024 - newroom
Zum zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung der Benediktinerabtei Plankstetten in der Oberpfalz gehörte zunächst der Neubau eines zeitgemäßen Seminargebäudes für die wachsende Zahl von Seminarteilnehmern. Der Erweiterungsbau im Westen des Klosterareals, Haus St. Wunibald, beherbergt im EG Räume für die Pfarrverwaltung und einen Kindergarten mit zwei Gruppen. In den beiden Obergeschossen sind zu beiden Seiten des Treppenhauses die insgesamt 30 Einzelzimmer des Gäste- und Tagungshauses mit jeweils Dusche und WC entlang eines Flurs aufgereiht. Die Zimmer gehen auf die Klosteranlage hinaus, die Flure liegen zum Teil im steilen Hang, dessen Erddruck auf längere Sicht die Bausubstanz der historischen Klosterbauten gefährdet hätte. Vor allem das Sockelgeschoss dient der Stabilisierung. Ein neues Kellergeschoss nimmt sowohl die umfangreiche Gebäudetechnik wie auch die Küche der Klosterschenke auf und verbindet unterirdisch den Neubau mit dem Bestand.
Unter dem Leitspruch „Schöpfung bewahren“ entwickelte sich das Kloster Plankstetten zu einem nachhaltig ausgerichteten Unternehmen, das auch einen durch Bioland zertifizierten Bauernhof betreibt. Es forderte für Planung und Bau den Einsatz ökologisch und baubiologisch unbedenklicher Materialien – auch für die nachfolgende Sanierung der Bestandsbauten, dazu die Einhaltung des Passivhausstandards. So weit baukonstruktiv möglich, wurden ausschließlich CO2-neutrale Baustoffe aus regionaler Herstellung verwendet. Die im Klosterwald geschlagenen und im Sägewerk zugeschnittenen Baumstämme wurden im Rückgriff auf die im historischen Bestand vorhandenen Mann-an-Mann-Decken nach der Trocknung direkt vor Ort als nebeneinanderliegende Deckenbalken eingebaut. Die vorgefertigten, 3,35 m breiten Deckenelemente aus insgesamt 500 massiven Balken sind miteinander verdübelt und mit Aufbeton zu Verbunddecken ausgebaut, die Spannweiten von 10 m zu überbrücken vermögen. Die Wertschöpfung verblieb zum größten Teil bei den ausführenden regionalen Firmen.
Das Stroh für die Wand-Dämmung stammt von den ökologisch bewirtschafteten Feldern des Klostergutes. Es sicherte kurze Transportwege, dämmt hervorragend, lagert für die gesamte Nutzungsdauer CO2 im Gebäude ein und verbrauchte beim Pressen der Ballen nur minimale Energiemengen. Der Lehmputz an den Innenwänden sorgt für ein gesundes und angenehmes Raumklima, er ist feuchteregulierend, nimmt Schadstoffe auf und hat positive Auswirkungen auf das Behaglichkeitsgefühl der Gäste. (Autor: Achim Geissinger, nach einem Text der Architekten)

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