Ortskerngestaltung Maria Saal
Neubau, Maria Saal (A) - 2008
nonconform, Friedrich H. Mascher
Architektur Haus Kärnten
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Vor dem Umbau stellte der ca. 4000m² große Platz eine markante Hitzeentwicklung dar. Durch die vormals vollständige Asphaltierung und fehlende Schatten wurden hier im Sommer bis zu 48° (punktuell bis zu 60°) Oberflächentemperatur und Lufttemperaturen von über 34° gemessen.
Wissenschaftlich begleitet wurde die Planung durch die UNI Innsbruck (Prof. Manfred Kleidorfer, Professor für nachhaltige Entwicklung urbaner Wasserinfrastruktur). Unter Berücksichtigung der bestehenden darunter liegenden Tiefgarage und Einschränkungen durch Feuerwehrzufahrten fand eine Umgestaltung statt, die das Platzklima eindeutig positiv beeinflusst.
57% der ursprünglichen Asphaltoberfläche konnte entsiegelt werden. Helle Betonpflaster mit Grünfugen säumen das „Grüne Wohnzimmer“, den Grünraum der Anlage. Wege mit wasserdurchlässigen Belag und wassergebundene Wegedecken öffnen den Boden und ermöglichen eine Reduktion der Oberflächentemperatur bis zu 20°. Die Vegetation aus artenreichen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen verbessern das Raumklima und spenden den nötigen Schatten.
Ein zentrales Thema war der Umgang der neuen grünen Infrastruktur gegenüber zukünftiger Trockenperioden. Ausgetrocknete Grünflächen würden eine ähnlich schlechte Energiebilanz wie versiegelte Flächen erreichen. Um diesem entgegen zu wirken und sich dem Thema zukunftsüberlegt zu stellen war Wasserspeicherung und Bewässerung ein Planungsschwerpunkt und ein integriertes Siedlungswassermanagement wurde etabliert.
Das anfallende Niederschlagswasser wird in einer Zisterne gesammelt und speist die automatische Bewässerungsanlage der Grünflächen, Bäume, und Pflanzen in den Beeten. Dadurch konnte die Verdunstungsrate um gut 10% gesteigert werden. Überschüssiges Wasser versickert unterirdischen und kommt somit dem Grundwasser zu Gute.
Den stärksten Einfluss auf den menschlichen thermischen Komfort zeigt die technische Beschattung in Form der Sitzlandschaft. Das Wasserspiel trägt im Bereich ohne Wiesenflächen weiter zur Kühlung bei.
In gemeinsamer Planung mit Spezialisten, Bürgern und Planern kam so eine Platzsanierung zu Stande, die nicht nur technisch für die Zukunft klimafit gut da steht sondern auch durch die Belebung von Mensch und Vegetation nachhaltig erlebbar bleibt.