Zeitschrift

TEC21 2008|11
Werkstoff Holz
TEC21 2008|11
TEC21 2008|11
zur Zeitschrift: TEC21
Verlag: Verlags-AG
Die Verwendung von Holz ist aktiver Klimaschutz. Bäume binden das wichtigste Treibhausgas CO2 in Form von Kohlenstoff in ihrem Holz - man spricht daher von Wäldern als CO2-Senken. Um die Vorgaben des Kioto-Protokolls für die Reduktion der Treib-hausgase zu erfüllen, dürfen diese Leistungen des Waldes angerechnet werden, nicht hingegen das Senkenpotenzial der Holznutzung. Dabei bleibt der Kohlenstoff für weitere Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte im Holz gespeichert, wenn es zu Holzprodukten verarbeitet wird. Dazu kommt der Substitutionseffekt: Wenn Holz energieintensive Materialien wie Stahl oder Beton ersetzt oder anstelle von fossilen Quellen als Brennstoff genutzt wird, werden auch dadurch CO2-Emissionen eingespart. Das Steigerungspotenzial für die Holznutzung in der Schweiz ist gross, wie eine Studie zeigt, die wir im dritten Fachartikel in diesem Heft vorstellen. Der Baubranche kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn das Bauen ist von den Mengen und der Verweildauer her die wichtigste Holzverwendung. In diese Richtung zielt «holz21», ein Förderprogramm des Bundesamts für Umwelt (Bafu). Es fördert unter anderem mit der Auszeichnung «Neue Horizonte - Ideenpool holz21» technisch und ästhetisch überzeugende Beispiele im Holzbau. Nebst zahlreichen innovativen Einzelobjekten und vielen Projekt-ideen würdigte diese sich bereits über drei Jahre erstreckende Aktion die Werke von Holzbauingenieur Walter Bieler und der Zürcher Architekten Burkhalter Sumi. Diesen beiden Büros widmen wir die beiden ersten Fachartikel.

Das Werk von Marianne Burkhalter und Christian Sumi zeugt von einer äusserst differenzierten Auseinandersetzung mit dem Baustoff Holz. Ihre Bauten erforschen das scheinbar einfache Material und die zahlreichen theoretischen Postulate, mit denen es im Laufe der Jahrhunderte befrachtet wurde. Sinnlichkeit und Abstraktion, Wahrnehmung und Interpretation, konstruktive Präzision und farbliche Verfremdung - die Themen mögen komplex sein, die architektonische Umsetzung wirkt stets erfrischend selbstverständlich.

Die Tragwerksplanung von Walter Bieler ist integrierender Bestandteil eines Ganzen. So erfüllen die Holzkonstruktionen alle Aspekte des holzgerechten Entwerfens. Was starr, technisch unflexibel und sogar einschränkend klingt, erscheint in seinen Tragwerken überzeugend, sachlich sauber und trotzdem feinsinnig und ästhetisch. Es zeigen sich darin seine Freude an der Architektur, das von Intuition geprägte Bemessen und die über 30 Jahre aufgebaute Erfahrung.
Claudia Carle, Clementine van Rooden, Judit Solt

05 WETTBEWERBE
Lido Sarnen | Sporthalle in Linthal

14 MAGAZIN
Attraktive Holzwerkstoffe | Neues Meeresschutzgebiet im Pazifik

20 KUNST DER KÜNSTLICHKEIT
Judit Solt
Architektur: Seit rund 20 Jahren beschäftigen sich Marianne Burkhalter und Christian Sumi mit den vielfältigen Möglichkeiten des Baustoffes Holz.

26 INTUITIV BEMESSEN
Clementine van Rooden
Bauingenieurwesen: An der Holzkonstruktion des Pfarreizentrums in Bonaduz lässt sich die Arbeitsweise von Holzbauingenieur Walter Bieler beschreiben. Sie ist geprägt von Gespür und Erfahrung.

32 CO2-EFFEKTE DER HOLZNUTZUNG
Klaus Richter, Peter Hofer, Ruedi Taverna und Frank Werner
Umwelt: Eine Studie untersuchte, wie die Wald- und Holzbewirtschaftung aussehen muss, um möglichst viel Treibhausgas CO2 einzusparen.

39 SIA
Verwendungsrecht bei Planerwechsel | holz21 an der «Natur 08» erfolgreich | Reise in den Nordwesten Europas | Kurse SIA Form | Mit gutem Beispiel voran

45 PRODUKTE

53 IMPRESSUM

54 VERANSTALTUNGEN

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Verlags-AG der akademischen technischen Vereine

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