Zeitschrift

TEC21 2011|46
Bedrängter Luftraum
TEC21 2011|46
zur Zeitschrift: TEC21
Verlag: Verlags-AG
Heute gibt es viele Gründe, nicht zu fliegen. Trotzdem werden immer mehr Güter mit dem Flugzeug transportiert, und die Passagierzahlen steigen. Weltweit sehen sich daher Flughäfen gezwungen, ihre Kapazität zu erhöhen – auch der Flughafen Zürich. Die grosse wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für den Raum Zürich und weite Teile der Schweiz ist unbestritten. Gleichzeitig steht ein Flughafen aber auch für Lärm, Schadstoffe, Ressourcenverbrauch und erhöhtes Verkehrsaufkommen am Boden. Wie lassen sich also die wirtschaftlichen Aspekte mit den Interessen der betroffenen Bevölkerung vereinbaren?

Die vorliegende Ausgabe von TEC21 ist die vierte und letzte der diesjährigen Reihe «Raum und Mobilität». Von «Wie verdichten?» (TEC21 7/2011) über «Vorstadt in Bewegung» (TEC21 21/2011) und «Sehnsucht Landschaft» (TEC21 26/2011) haben wir den Perimeter immer weiter ausgedehnt. Mit dem Luftraum erreicht der Verkehr nun die dritte Dimension. Bei Verkehrsprojekten wie Autobahnabschnitten oder Bahntrassen sind die Schnittstellen und die Anzahl der Beteiligten in der Regel noch überschaubar. Bei der Erweiterung von Flughäfen scheint die Systemgrenze erreicht zu sein: Zu viele Interessen und Bedürfnisse treffen aufeinander.

Zurzeit wird auf verschiedenen Ebenen diskutiert, wie man die Kapazität des Flughafens Zürich möglichst verträglich steigern kann. Aus Rücksicht auf die aktuellen, teilweise sehr emotional geführten Diskussionen über Pistenverlängerungen und die Richtplanbehandlung beschränken sich die Beiträge in diesem Heft auf eine unpolitische, fachlich orientierte Berichterstattung – insbesondere für all jene, die sich bisher nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Reisen mit dem Flugzeug ist heute nicht mehr aussergewöhnlich, und trotzdem hat das Fliegen nichts von seiner Faszination eingebüsst. Dennoch stellt sich die Frage, ob in absehbarer Zeit ein Umdenken stattfinden wird. Eine nachhaltige Mobilität bedeutet auch weniger Verkehr, besonders weniger belastenden Verkehr. Technische Verbesserungen, die den Energieverbrauch reduzieren, oder der Einsatz anderer Treibstoffe könnten helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Sicher lässt sich der Flugverkehr nur bis zu einer gewissen Entfernung auf die Schiene verlagern. Aber eine solche Trendwende ist nicht absehbar aufgrund der heutigen Subventionen, die dem Flugverkehr noch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Schienen- und Strassenverkehr verschaffen.
Daniela Dietsche

05 WETTBEWERBE
«Denk-Allmend» Flugplatz Dübendorf

12 MAGAZIN
Abfliegen, Ankommen, Umsteigen | Bücher

16 BEGRENZTE KAPAZITÄTEN
Bernd Scholl
Aufgrund steigender Nachfrage bauen viele Flughäfen ihre Infrastruktur aus, meist in dicht besiedeltem Gebiet. Ein zentraler Diskussionspunkt ist dabei der Fluglärm.

21 FLUGHAFENREGION ZÜRICH
Christian Schärli
In Zürich wird seit Jahren über die künftige Entwicklung des Flughafens diskutiert. Der Autor liefert umfassende Informati-onen zur Meinungsbildung betreffend Abstimmung von Siedlung und Verkehr.

27 SIA
SIA-Grundsätze zum Urheberrecht | Weiterbildung in digitalem Bauen | Geschäftslage (noch) hervorragend

31 PRODUKTE
Neues aus der Baumuster-Centrale

37 IMPRESSUM

38 VERANSTALTUNGEN

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