Publikation

Brückner & Brückner Architekten
Wurzeln und Flügel
Brückner & Brückner Architekten
Herausgeber:in: Brückner & Brückner
ISBN: 978-3-0356-1741-2
Sprache: Deutsch
Publikationsdatum: 2018
Umfang: 424 Seiten, zahlreiche SW- und farbige Abbildungen
Format: Hardcover, 22 x 30 cm

Die Wurzeln und Flügel der Gebrüder Brückner

5. März 2019 - Martina Pfeifer Steiner
Man wollte dieses Buch zum schönsten küren, wenn das hier vorgesehen wäre. Weißes Leinen, am Cover zarte Schraffierungen – Gebautes in der Natur? Für 400 Seiten plus gar nicht schwer, angenehmes ungestrichenes Papier, schönes Format. Erwartungsvoll darf man sich auf das „architektonische Denken und Handeln“ der Brüder Christian und Peter Brückner einlassen. Die Wurzeln liegen in ihrer Heimat, der nördlichen Oberpfalz in Tirschenreuth unweit der tschechischen Grenze, wo sie noch heute eines der Büros führen. Das zweite ist in Würzburg, die 60 Mitarbeiter teilen sich je zur Hälfte auf diese beiden Standorte auf.

„Der skizzierte Weg durch das Buch ist gesäumt von Einschüben – Rastplätzen, Aussichtspunkten, Einkehrmöglichkeiten – unterschiedlichster Provenienz. Wir haben Menschen dazu eingeladen etwas beizusteuern – Menschen, die unseren Weg in vielerlei Hinsicht begleiteten: unser Team, Bauherren, Nutzer, Handwerker, Weggefährten, Freunde, Familie“, eröffnen Peter und der neun Jahre jüngere Cristian Brückner. Die Fotos – mit viel Weißraum inszeniert – machen den Hauptteil des Buches aus. Drei große Themen werden damit atmosphärisch rüber gebracht. In „Heimat“ sind „Orte und Landstriche ein unerschöpflicher Speicher: Schicht um Schicht wachsen Natur und Menschenwerk. Unablässig modelliert die Witterung; rastlos überschreibt die Menschenhand, legt sich Zeichen über Zeichen, entnommen den Alphabeten der Macht und der Arbeit, der Kunst und des Geistes“, schreibt Winfried Helm auf dem graubeigen Trennblatt. Fasziniert dürfen wir blättern, die Bilder lösen Erinnerungen, vielschichtige Assoziationen aus. Das zweite Kapitel „Die Essenzen des Bauens“ nähert sich der „Aura des Materials“, dem „Geheimnis des Raums“, dem „Wesen des Ortes“ und dem „Miteinander“. Auch wenn man emotional tief hineingezogen wird, bleibt die Struktur des Buchs mit der klein geschriebenen Zeile aus dem Inhaltsverzeichnis links unten durchsichtig. Dezent eingestreut erscheinen Textpassagen: „Für uns sind Grenzen dort, wo etwas Neues beginnt. Diese Maxime begleitet uns von Anfang an. Es gibt nicht nur Licht und Schatten. Es sind die Zwischenräume, die uns interessieren. Beim Bauen und im Leben gelangen wir immer wieder an Grenzen, die überwunden werden müssen.“ Oder: „Den Ort lesen. Die Geschichte wahrnehmen. Den Bestand nutzen. Die Natur verstehen. Lebensräume schaffen. Das verstehen wir unter nachhaltigem Bauen.“ Und: „Planen und Bauen sind ein Versprechen, das eingelöst werden will.“

Bevor man schlussendlich im dritten Teil doch zu den 36 ausgewählten Bauwerken gelangt, bei denen Details, Fügungspunkte, Materialien, Strukturen der Bilder von vorigen Kapiteln wiedererkannt werden, kommt unter „Miteinander“: „Wir sind Brüder. Wir ergänzen uns. Die Dinge entstehen im Dialog. Dieser wird durch das Team maßgeblich erweitert. Das was daraus entsteht, ist ein gemeinsames Ergebnis. Uns interessiert nicht, von wem welcher Baustein kommt. 1+1=1“ Dass die Werkliste noch als „Erdachtes, Gebautes und Entstehendes“, teilweise vignettengroß bebildert, die Spannung hält, überrascht nicht. Zum „Ausklang“ dann Persönliches: „Unser Weg. Wir schaffen Lebensräume. Wir respektieren Mensch und Ort. Wir bauen Erinnerung.“ Wurzeln und Flügel – ein Buch, das man immer wieder in die Hand nehmen will um vor irgendeiner aufgeschlagenen Seite zu meditieren.

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: newroom

Ansprechpartner:in für diese Seite: nextroomoffice[at]nextroom.at

Tools: