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„Perfektion blockiert jede Form der Partizipation und verursacht zudem einen übermäßigen Ressourcenverbrauch.“ In Form Follows Love beschreibt Anna Heringer ihr Architektur-Verständnis.

Für ihr neues Buch reiste sie mit Iwan Baan nach Bangladesch, um mit ihm die dort entstandenen Bauten aber auch ihr Frauen-Empowerment Projekt, die Dipdii Textiles, zu besuchen.

Der niederländische Fotograf Iwan Baan ist vor allem für Bilder bekannt, die das Leben und die Interaktionen in der Architektur zeigen. In Bangladesch entstanden intensive und sinnliche Bilder, die zwischen Dokumentation und Kunst Zeugnis von dem ablegen, was Architektur leisten kann, wenn es nicht um Repräsentation, sondern um gesellschaftlichen Nutzen geht.

- Der Bildband zu Form Follows Love
- METI School, DESI Center, Kindergärten, Geburtshaus in Hittisau etc.
- Neue, bislang unveröffentlichte Fotos: auch Baans Bilder von Heringers neuesten Bauten in Europa.

Presseschau

14. Juli 2025 Martina Pfeifer Steiner
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Mit Architektur das Leben verbessern

Dass Architektur als Werkzeug dienen muss, um das Leben zu verbessern, ist für Anna Heringer Leitgedanke. Ihr neuestes Buch proklamiert dies im Titel auf Englisch, doch neben den wunderbaren Bildern des berühmten Fotografen Iwan Baan, die das Herzstück bilden, sind die prägnanten Texte auch in deutscher und französischer Sprache zu lesen.

„Wie bei großer Kunst ist das, was man sieht und berührt, nichts anderes als die Essenz, die hinter dem Gebäude liegt, wahrnehmbar für Herz, Bauch und Seele. Kein Fotograf fängt diese „unsichtbaren“ Schichten der Architektur so ein wie Iwan Baan. Seine Linse ist nicht nur auf die Form, sondern auf das Leben selbst abgestimmt. Sein Fokus liegt auf dem, was Architektur tut, nicht nur darauf, wie sie aussieht“, schreibt Jesper Eis Eriksen von der Henrik F. Obel Foundation, die diese Publikation ermöglicht hat, in seinem Vorwort. Der OBEL Award zeichnet jährlich Projekte für das Gemeinwohl aus, die soziale und ökologische Entwicklungen vorantreiben. 2020 ging dieser Preis an Anna Heringer für ihr Anandaloy-Gebäude in Rudrapur, das ein Therapiezentrum für Menschen mit Behinderungen und das Textilstudio für faire Mode – Dipdii Textiles – vereint.

Anna Heringer wollte keine Monografie präsentieren, stattdessen teilen, was sie gelernt habe, so entstand mit dem Birkhäuser Verlag die Idee, das Werk in zwei Ausgaben zu gestalten: als einen kleinformatigen Textband, „Form Follows Love“, der 2024 erschienen ist, und über ihren Werdegang, ihre Arbeit mit Lehm, ihr Engagement für das Bauen mit lokalen Ressourcen und wie Architektur Umwelt und Gesellschaft positiv beeinflussen kann erzählt, gefolgt von einem großformatigen Fotobuch. „Während das Buch „Form Follows Love“ meine Gedankenwelt und inneren Lernerfahrungen schildert, bietet diese Dokumentation die Möglichkeit, in die vernakuläre Architektur, die mich inspiriert, bildlich einzutauchen und ihre Umsetzung in meinen eigenen Projekten nachzuvollziehen“, so Heringer.

Für Anna Heringer sei dieser Bildband in gewisser Weise ein visuelles Tagebuch – entstanden 2021 bei der gemeinsamen Reise mit Iwan Baan –, das ihren Weg als Architektin von Bangladesch nach Europa illustriert. Der niederländische Fotograf ist vor allem für Bilder bekannt, die das Leben und die Wechselwirkungen von Architektur in Kultur, Landschaft, Umfeld zeigen. Architektur sei immer auch der Spiegel eines Lebensstils. Für Heringer ist die ursprüngliche, traditionelle Architektur nicht nur optisch interessant. Sie biete auch einen wahren Schatz an Lebensweisheiten. In ihr entfacht sie ein Sehnen nach Einfachheit im Sinne einer glücklichen Genügsamkeit. Ihre Poesie wurzle in einer authentischen Intention und einem achtsamen, handwerklich versierten Schaffen. Dies sei sehr berührend, auch wenn Anna Heringer nicht blind gegenüber den Schattenseiten der Armut sei.

„Ursprünglich hatte ich die Absicht, eine geschliffene Architekturdokumentation zu präsentieren: so perfekt wie möglich, mit den wunderschönen Farben Bangladeschs, dem magischen Licht, für das Iwan Baan berühmt ist. Ich wollte beweisen, dass bescheidene Materialien wie Lehm und Bambus genauso auf Hochglanz poliert und beeindruckend sein können wie Gebäude aus Beton und Stahl. In diesen Bildern aber steckte so viel mehr: weniger Perfektion, dafür so viel authentisches Leben.“

verknüpfte Publikationen
- Architecture Is a Tool to Improve Lives