Bauwerk

Kindergarten Kalvarienberg
Halbritter & Hillerbrand - Neusiedl am See (A) - 2007
Kindergarten Kalvarienberg, Foto: Halbritter & Hillerbrand Architekten
Kindergarten Kalvarienberg, Foto: AnnA BlaU

Kindergarten Kalvarienberg

08. Februar 2009 - Az W

Als Teil der neu geplanten Ökohaus-Siedlung am Kalvarienberg wurde ein Kindergarten für vier Gruppen, davon zwei Kinderkrippen mit Tagesbetreuung, als ein wichtiges Element einer funktionierenden Gemeinschaft, errichtet. Die Lage am angrenzenden Grünzug Kalvarienberg bietet einen naturbelassenen Außenbereich, der von den Kindern der Siedlung und des Kindergartens benutzt werden kann. Der zweigeschossige Kindergarten ist so situiert, dass die Gruppenräume im Obergeschoss durch eine vorgelagerte Terrasse mit einer Rampe direkt an den Garten angebunden sind. Die natürliche Geländeform, die Richtung Kalvarienberg ansteigt, bietet einen schönen Blick bis hin zum Neusiedlersee. Die Orientierung des Gebäudes am Grundstück und die Lage der Gruppenräume ist auf eine ideale Belichtung und Besonnung ausgelegt, um bestmögliche Spiel- und Arbeitsbedingungen sowohl für Kinder als auch für deren Betreuung zu bieten. Der große, umgebende Garten dient als naturnaher Spielbereich. Die Möglichkeit den Bestand an Bäumen zu erhalten, bietet schon zu einem frühen Zeitpunkt den Eindruck eines natürlichen Freibereichs.

Ein „öffentlicher“ Bereich in der Sockelzone im Erdgeschoss umfasst den Speise- und Lernraum, den Bewegungsraum sowie die notwendigen Nebenräume. Das Obergeschoss teilt sich in vier Gruppenräume, davon zwei Krippenräume mit zwischen liegendem Schlafbereich. Eine zusätzliche Koje, die in das Dach eingeschnitten ist, dient den Kindern als Rückzugsraum. Zwischen den Gruppenräumen sind transparente Sanitär-Gruppen, direkt den Gruppen zugeordnet und Abstellräume eingeschoben.

Da besonders bei Kindern eine gesunde Raumökologie wichtig ist, wurde bei der Planung großer Wert auf die Nachhaltigkeit der Materialien sowie deren ökologisch einwandfreie Verarbeitung gelegt. Aus diesem Grund ist das Gebäude größtenteils in Holzbauweise errichtet und zeigt dies auch im Innenraum. Das Sockelgeschoss ist als Ziegelbau mit massiven Baumstämmen als Stützen ausgeführt auf der die aussteifende Stahlbetondecke über dem EG aufliegt. Das Obergeschoss mit den Gruppenräumen ist mit Holzriegelwänden und einer vorgehängten Holzschichtstoffplatten-Fassade ausgeführt, in der vor den Fenstern ein Figurenband ausgeschnitten ist. Über der massiven, naturbelassenen Brettstapeldecke ist das flach geneigte Dach als extensiv begrünte Dachkonstruktion aufgesetzt. Entsprechend der Nutzung sind die „allgemeinen“ Räume mit einer monolithischen Betonplatte, die Gruppen- und der Bewegungsraum mit einem Hochkantlamellenparkett ausgestattet. Die Einrichtung und Möblierung haben eine neutrale weiße Oberfläche mit unterschiedlichen haptischen Qualitäten. (Text: Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at